9:06 | 20.01.2008
Imker befürchten schwere Verluste bei Bienen durch Milbenbefall
Mayen (ddp-rps). Rheinland-pfälzische Imker befürchten für dieses
Jahr gravierende Verluste bei ihren Bienenvölkern. Weil sich die für
Bienen tödliche Varroa-Milbe im vergangenen Jahr deutlich stärker als
erwartet verbreitete, rechnen sie mit Verlusten von mehr als einem
Viertel ihrer Bestände, wie der Vorsitzende des Imkerverbands
Rheinland, Udo Schmelz, auf ddp-Anfrage in Mayen sagte. Den Prognosen
zufolge könnten 2008 mehr Bienen sterben als 2002 – dem bisher
verlustreichsten Jahr für Bienenzüchter im Land.
Die Ursache liegt Schmelz zufolge hauptsächlich im ausgesprochen
milden Klima des vergangenen Frühjahrs. Dadurch hätten die Bienen
frühzeitig zu brüten begonnen und der Milbe damit gute
Vermehrungsbedingungen geboten. Das kühle und feuchte Wetter im Juli
und August wiederum habe die Bekämpfung des Parasiten erschwert, so
dass viele Bienenvölker mit zu hoher Milbenlast in den Herbst und
Winter gegangen seien.
Die Varroa-Milbe befällt den Angaben zufolge in erster Linie die
Bienenbrut in den Waben, wo sie sich auch vermehrt. Während des
Winters wechselt der Parasit aufgrund des Nahrungsmangels auch auf
erwachsene Bienen und saugt deren Blut.
Um den erwarteten Verlusten entgegenzuwirken, müssen sich die
Imker im Frühjahr besonders intensiv um die Förderung des
Bienennachwuchses kümmern, wie Schmelz betonte. Dies geschehe
hauptsächlich durch Abspalten neuer Völker von bestehenden. Aus einem
Volk könnten innerhalb eines Jahres ein bis zwei weitere gewonnen
werden, sagte der Verbands-Vorsitzende.
(ddp)
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