11:34 | 23.11.2009
IW: Wirtschaftliche Erholung fällt 2010 moderat aus
Berlin (ddp). Der deutschen Wirtschaft steht nach Berechnungen des
Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im nächsten Jahr eine
konjunkturelle Aufwärtsbewegung, aber «keine kräftige Erholung»
bevor. Im laufenden Jahr werde das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP)
um gut 4,5 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen, sagte IW-Direktor
Michael Hüther am Montag bei der Vorstellung der aktuellen
Konjunkturumfrage des IW in Berlin. 2010 werde weiter mit einem
Wachstum um 1,5 Prozent gerechnet.
Laut der IW-Umfrage unter nahezu 1800 Unternehmen rechnet rund ein
Drittel der Firmen damit, im kommenden Jahr mehr zu produzieren. 21
Prozent erwarteten hingegen einen Rückgang. Am freundlichsten seien
die Aussichten in der Vorleistungs- und Konsumgüterindustrie, während
in der Bauwirtschaft die Skeptiker dominierten. «Bessere Zeiten
winken nicht zuletzt im von der globalen Rezession gebeutelten
Auslandsgeschäft», teilte das IW weiter mit. Immerhin 27 Prozent der
deutschen Unternehmen setzten auf einen Exportzuwachs. Dagegen gingen
nur noch 18 Prozent davon aus, 2010 weniger auszuführen als in diesem
Jahr.
Mit Blick auf Investitionen blieben die Betriebe «vorerst
zurückhaltend». Für das kommende Jahr erwarten nach der Erhebung 29
Prozent eine rückläufige Investitionstätigkeit – lediglich 22 Prozent
planen, ihr Budget für Neuanschaffungen auszuweiten.
«Trotz des eher schleppenden Aufschwungs sieht es für die
Beschäftigungsentwicklung nicht so düster aus wie zuletzt
befürchtet», erklärte das arbeitgebernahe Institut. Hoffnungsvoll
stimme zumindest, dass 55 Prozent der Unternehmen beabsichtigten,
ihre Mitarbeiterzahl 2010 nicht zu verändern. 17 Prozent wollten ihre
Belegschaft sogar aufstocken.
(ddp)
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