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20:19 | 09.02.2012
Kältewelle sorgt für Stromknappheit in Deutschland
Bayreuth (dapd). Strom wird in Deutschland knapp. Durch die anhaltende Kältewelle und durch Engpässe bei der Versorgung einiger Gaskraftwerke sei die Lage im Stromnetz “sehr angespannt”, erfuhr die Nachrichtenagentur dapd am Donnerstag von einem Netzbetreiber. Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit mussten die Unternehmen erneut auf zwei Reservekraftwerke zurückgreifen. Die Situation nähere sich immer mehr den im Sommer durchgespielten Krisenszenarien an, berichtete die Sprecherin des Netzbetreibers Tennet, Ulrike Hörchens. Wegen der Kälte sei der Stromverbrauch besonders abends sehr hoch. Doch gebe es zu dieser Zeit kaum Wind, der die Windkraftanlagen antreiben könne, und auch die Solaranlagen lieferten dann keinen Strom mehr. Unerwartete zusätzliche Probleme bereiten außerdem die russischen Lieferprobleme beim Erdgas, die zu Einschränkungen beim Betrieb von Gaskraftwerken führen, wie Hörchens berichtete. Darüber hinaus belasten erhebliche Stromexporte von Deutschland nach Frankreich das deutsche Netz. Die Franzosen haben zurzeit trotz ihrer zahlreichen Atomkraftwerke große Probleme, den eigenen Bedarf zu decken, da in Frankreich viel mit Strom geheizt wird. Sie importieren deshalb Energie aus der Bundesrepublik. Stromexporte nach Frankreich dauern an Um trotz dieser Schwierigkeiten die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, griffen die Netzbetreiber auch am Donnerstag auf zwei Reservekraftwerke in Deutschland und Österreich zurück. Beide Anlagen liefen zunächst auf Mindestleistung, um sie im Bedarfsfall schnell hochfahren zu können, sagte die Tennet-Sprecherin. Eine rasche Besserung der Lage war nicht in Sicht. Auch am (morgigen) Freitag sei der Einsatz der “eisernen Reserve” geplant, sagte die Sprecherin. Dann sollen sogar alle vier vorhandenen Reservekraftwerke in Alarmbereitschaft stehen. Es handele sich um eine Vorbeugemaßnahme, sagte Hörchens. Nach Freitag werde man weitersehen. Die Abschaltung von acht Atomreaktoren im Zuge der Energiewende hat den bislang in der deutschen Stromproduktion vorhandenen Sicherheitspuffer deutlich reduziert. Um dennoch für Krisensituationen gewappnet zu sein, haben die Netzbetreiber drei österreichische Kraftwerke und einen deutschen Kraftwerksblock als “eiserne Reserve” in der Hinterhand, auf die sie bei Bedarf jederzeit zurückgreifen können. Das erste Mal mussten sie Anfang Januar von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. dapd |
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