13:30 | 23.11.2009
Krise vernichtet in Europa vier Millionen Jobs
Brüssel (ddp). Die weltweite Rezession hat nach einem Bericht der
EU den größten Teil des seit 2000 erreichten Beschäftigungszuwachses
in Europa wieder vernichtet. Die Beschäftigtenzahlen in der EU sind
seit Beginn der Krise um mehr als vier Millionen gesunken, wie aus
dem am Montag vorgestellten Bericht «Beschäftigung in Europa 2009»
hervorgeht. Vor allem Männer, junge Menschen, Geringqualifizierte und
Beschäftigte mit befristeten Arbeitsverträgen trügen die Hauptlast
des Rückgangs.
Gleichwohl hätten Kurzarbeit und andere Regelungen die Folgen der
Rezession für den Arbeitsmarkt etwas gemildert. Allerdings böten
diese Maßnahmen allein keinen erfolgreichen Ausweg aus der Krise.
Laut EU-Beschäftigungskommissar Vladimír Spidla zeigt der Bericht,
«wie wichtig es ist, unsere kurzfristige Antwort auf die Krise mit
unseren längerfristigen Strukturreformen zu vereinbaren».
Insgesamt seien die EU-Arbeitsmärkte dynamischer als oft geglaubt.
Jedes Jahr wechselten etwa 22 Prozent der europäischen Arbeitnehmer
den Arbeitsplatz. Während dies für ein Viertel der Beschäftigten in
Großbritannien zuträfe, habe sich der Anteil in Griechenland auf 14
Prozent belaufen.
Allerdings würden von dem Trend nicht alle Menschen profitieren.
Trotz ihres Rückgangs seit den 90er Jahren bleibe die
Langzeitarbeitslosigkeit eine große Herausforderung, hieß es weiter.
In den vergangenen Jahren betrug die Dauer der Arbeitslosigkeit in
der EU in fast 45 Prozent der Fälle den Angaben zufolge mehr als ein
Jahr. In den USA liege der Anteil dagegen bei etwa zehn Prozent.
Laut EU muss die Beschäftigungspolitik die Vorbereitung auf den
Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft in den Mittelpunkt
stellen. Auch wenn dabei die Zahl der neugeschaffenen Jobs «netto»
nicht sehr hoch ausfallen werde, führe der Strukturwandel zu einer
Umverteilung der Arbeitskräfte in allen Sektoren. Angesichts der neu
erforderlichen Kompetenzen werden zumindest anfangs hochqualifizierte
Arbeitskräfte im Vorteil sein, hieß es weiter.
Der Bericht liefert den Angaben zufolge die analytische Basis für
den gemeinsamen Beschäftigungsbericht, für den die Kommission am 9.
Dezember einen Vorschlag vorlegen wird.
(ddp)
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