23:03 | 06.05.2009
MAN soll im Ausland auch mit Scheinfirmen operiert haben
München (ddp). Der Fahrzeugkonzern MAN soll Presseangaben zufolge
für umfangreiche Aufträge aus dem Ausland Schmiergeld gezahlt und
dabei auch mit Scheinrechnungen und Scheinfirmen operiert haben.
Diesem Verdacht geht die Münchner Staatsanwaltschaft bei ihren
Ermittlungen wegen Korruption gegen Mitarbeiter des Konzerns nach,
berichtet die «Süddeutsche Zeitung» (Donnerstagausgabe) vorab. Die
Strafverfolger prüfen danach offenbar Geschäfte des Konzerns in
mehreren europäischen und afrikanischen Staaten, in die MAN Lastwagen
und Busse verkauft hat, darunter auch Griechenland. Das Unternehmen
wollte sich dazu auf Anfrage der Zeitung nicht äußern.
MAN ist dem Blatt zufolge in den Verdacht geraten, zwei
verschiedene Bestechungs-Systeme betrieben zu haben, eines für das
Inland und das andere für das Ausland. Bei internationalen Geschäften
soll der Konzern fragwürdige Zahlungen über Beraterverträge,
Scheinrechnungen, Scheinfirmen und in bar abgewickelt haben. Auf
diese Weise seien lukrative Aufträge für Lkw und Busse sowohl von
privaten wie auch staatlichen Unternehmen besorgt worden. Die
Staatsanwaltschaft untersucht nach eigenen Angaben auch, ob
ausländische Amtsträger geschmiert wurden.
MAN hatte nach einer Großrazzia der Staatsanwaltschaft in der
Münchner Konzernzentrale und 39 Niederlassungen in ganz Deutschland
erklärt, die Ermittler untersuchten mutmaßliche «verdeckte
Provisionszahlungen» zwischen 2002 und 2005. Es gehe um eine Million
Euro im Inland und mehrere Millionen Euro im Ausland. Nach
Informationen der Zeitung sollen sich die fragwürdigen Zahlungen im
Ausland auf 15 Millionen Euro belaufen.
(ddp)
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