WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

11:07 | 29.11.2008
Mehdorn setzt ICE-Herstellern wegen Radsatzwellen Ultimatum

Hamburg (ddp). Bahnchef Hartmut Mehdorn hat dem ICE-Konsortium von
Siemens, Bombardier und Alstom im Streit um die Wartungsintervalle
der problematischen ICE-Radsatzwellen ein Ultimatum gestellt. «Wenn
die Achsen nicht die vereinbarten Laufleistungen erbringen, ist es
Sache des Herstellers, hier für Abhilfe zu sorgen. Wir erwarten, dass
die Industrie in den nächsten 14 Tagen endgültig für Klarheit sorgt»,
sagte Mehdorn dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel».

Nach der Beinahe-Katastrophe von Köln, als im Juli eine Achse
eines ICE brach, hatte die Bahn auf Druck des Eisenbahn-Bundesamts
die Inspektionsintervalle für das Bauteil von 300 000 auf 30 000
Kilometer reduzieren müssen.

Grund für die Probleme ist dem Magazin zufolge offenbar die
Verwendung hochfester Stähle, deren Rissfestigkeit die Konstrukteure
überschätzten. Inzwischen gebe es deshalb bei der Bahn Überlegungen,
die jeweils 16 Antriebsachsen der 54 betroffenen ICE-3-Züge mit neuen
Achsen auszustatten. Die Umrüstung würde pro Zug nach Ansicht von
Experten rund 100 000 Euro kosten. Diese Kosten müsse die Industrie
tragen, heißt es bei der Bahn. Intern werde mit einer Lieferzeit der
neuen Bauteile von bis zu einem Jahr gerechnet.

(ddp)


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