WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

14:19 | 01.07.2009
Messe Köln sieht sich trotz Krise auf Kurs

Köln (ddp-nrw). Die Messe Köln sieht sich trotz der
Wirtschaftskrise 2009 auf Kurs. Man liege beim Umsatz «ganz leicht»
unter Plan. Alle bisherigen Veranstaltungen seien weitgehend
erfolgreich verlaufen, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung,
Gerald Böse, am Mittwoch. «Die Wirtschaftskrise ist keine allgemeine
Messekrise», fügte er hinzu. Doch wegen der Fixkosten der jüngsten
Neubauten werde die Messe noch bis 2012 weiter rote Zahlen schreiben.

Das laufende Jahr wird wegen zahlreicher Premieren mit insgesamt
77 Messen und Ausstellungen das veranstaltungsreichste in der
85-jährigen Geschichte des Unternehmens. Mit dem Ausbau des Angebots
will sich Köln im schärfer werdenden internationalen Messewettbewerb
verbessern. Insgesamt 10 neue Veranstaltungen finden 2009 erstmals in
den Kölner Messehallen statt, weitere sieben Premieren gibt es bei
den Tochtergesellschaften im Ausland.

Neu in Köln sind mit der gamescom der Branchentreff der
Spieleindustrie, die Messe für Wohnungswirtschaft Wowex sowie die
Leitmesse der digitalen Werbewirtschaft, dmexco. «Wirtschaftszweige
mit großem Zukunftspotenzial» seien damit in Köln zu Gast, sagte
Böse. Auch eine Neuauflage der Popkomm, die von Köln nach Berlin
abgewandert war und in diesem Jahr nicht stattfand, schließt Böse
nicht aus. Durch die Absage der Popkomm sei ein «Vakuum» im
Musikmarkt entstanden, das durch ein neues Format gefüllt werden
sollte und das der Musikwirtschaft wieder eine «Heimat» gebe.

Für 2009 rechnet die Messe mit einem Umsatz von 248 Millionen
Euro. Das Vorjahr war mit 191,7 Millionen Euro Umsatz eines der
schwächeren Jahre, da die Zahl der Messen und damit die Einnahmen von
Jahr zu Jahr schwanken. Trotz des Umsatzzuwachses 2009 rechnet Böse
aber erst ab 2012 mit einer Rückkehr in die Gewinnzone.

Seit 2007 schreibt das Unternehmen rote Zahlen. Wesentlicher Grund
dafür sind die hohen Fixkosten aus der Modernisierung und dem
teilweisen Neubau des Geländes. Der Verlust belief sich im Vorjahr
auf 11,4 Millionen Euro und soll 2009 den Erwartungen zufolge
vergleichbar ausfallen. Knapp 27 Millionen Euro Miete seien dafür pro
Jahr fällig, rechnete Böse vor. Doch seien die neuen Gebäude die
«beste Zukunftssicherung» für das Unternehmen.

Kosten senken und den Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise
begegnen will die Messe mit einem Einstellungsstopp und einem
Sparprogramm, das auch die Effizienz Messen im In- und Ausland auf
den Prüfstand stellt. Mehrere Millionen Euro sollen so pro Jahr
eingespart werden. Darüber hinaus wird die Zahl der Geschäftsführer
ab 2010 von fünf auf drei reduziert. Betriebsbedingte Kündigungen bei
der Belegschaft seien aber nicht geplant. Im Vorjahr waren im
Messekonzern 647 Personen beschäftigt.

Nach Einschätzung von Böse werden die Folgen der Krise für das
Messegeschäft erst mit zeitlicher Verzögerung deutlich. Eine
Besserung der Konjunktur sei nach allgemeiner Einschätzung nicht vor
dem zweiten Halbjahr 2010 zu erwarten.

(ddp)


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