WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

19:15 | 07.10.2008
Metall-Tarifrunde vertagt

Sindelfingen (ddp). Die Tarifverhandlungen für die rund 800 000
Beschäftigten in der baden-württembergischen Metall- und
Elektroindustrie sind auf den 22. Oktober vertagt worden. Bei der
dreistündigen Auftaktrunde in Sindelfingen tauschten die
Verhandlungspartner am Dienstag lediglich ihre grundsätzlichen
Positionen aus. Die Stimmung sei «mehr Moll als Dur» gewesen, sagte
der IG-Metall-Chef in dem traditionellen Pilotbezirk, Jörg Hofmann.
Beide Seiten zeigten sich jedoch an einem zügigen Abschluss
interessiert.

Die IG Metall fordert acht Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit
von zwölf Monaten. Sie begründet dies vor allem mit den gestiegenen
Lebenshaltungskosten und dem Produktivitätszuwachs. Hofmann verwies
aber auch auf die größer gewordene Spanne zwischen der Lohn- und der
Gewinnentwicklung. Dies erfordere eine «Umverteilungskomponente». Er
forderte die Arbeitgeber auf, am 22. Oktober ein «verhandelbares
Angebot» vorzulegen.

In der ersten Runde wurden den Tarifpartnern zufolge vor allem die
aktuelle Situation in der Metall- und Elektroindustrie und die
Perspektiven 2009 diskutiert. Hofmann sagte, dabei sei deutlich
geworden, wie unterschiedlich die Vorstellungen seien. Der
Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Südwestmetall-Chef Jan Stefan
Roell, sprach ebenfalls von Differenzen. Er habe nicht den Eindruck,
dass die IG Metall bereit sei, «mit uns realistisch in die Zukunft zu
schauen».

Die Acht-Prozent-Forderung der Gewerkschaft wies Roell als
«unvernünftig» zurück. Zwar gehe es der Branche 2008 «ordentlich bis
gut». Die Aussichten seien aber vor dem Hintergrund der
Finanzmarktkrise schwer einzuschätzen. Ein Angebot für die zweite
Runde wollte der Südwestmetall-Vorsitzende nicht fest zusagen. «Wir
bemühen uns aber», ergänzte er. Die Arbeitgeber seien an zügigen
Verhandlungen interessiert. Es werde jedoch «kein einfacher
Abschluss». Es sei «sehr viel Fingerspitzengefühl erforderlich und
nicht die Brechstange».

Südwestmetall hatte am Montag angekündigt, entweder in der zweiten
Runde oder spätestens in der für 30. Oktober geplanten dritten Runde
einen «Lösungsvorschlag» vorzulegen. Das Paket könnte neben
Lohnerhöhungen auch Instrumente zur Flexibilisierung einzelner
Entgeltbestandteile auf betrieblicher Ebene umfassen. Die Betriebe
bräuchten «ein Höchstmaß an Differenzierung», sagte Roell.

Begleitet wurde der Verhandlungsbeginn von einer Protestaktion vor
dem Tagungslokal. Dort kamen nach Angaben eines IG-Metall-Sprechers
rund 1000 Beschäftigte aus mehreren Betrieben zusammen, um die
Gewerkschaftsforderung zu untermauern. Der Bezirk Baden-Württemberg
könnte auch in diesem Jahr wieder eine Schlüsselrolle bei den
Metall-Tarifverhandlungen einnehmen. Roells Angaben zufolge wird das
Angebot, das er vorlegen wird, mit Gesamtmetall abgestimmt sein.

(ddp)


Weitere Meldungen
14.03.2011 Tarifrunde der ostdeutschen Textilindustrie vertagt
21.01.2008 Stahl-Tarifrunde auf 29. Januar vertagt
21.01.2008 Stahl-Tarifrunde auf 29. Januar vertagt

 

NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt unseren
aktuellen Newsletter

WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

14:13 Uhr | 08.02.2012
Deutsche Exporteure knacken ...


14:12 Uhr | 08.02.2012
Alle A380-Flugzeuge werden auf ...


14:11 Uhr | 08.02.2012
Porsche verzeichnet besten ...


14:11 Uhr | 08.02.2012
Absatzplus für BMW im Januar


14:09 Uhr | 08.02.2012
GM droht offenbar mit Schließung ...