WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

15:29 | 03.09.2008
Metaller wollen mehr Geld

Sprockhövel (ddp-nrw). Die IG Metall fordert für die rund 700 000
Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie in
Nordrhein-Westfalen deutliche Einkommenssteigerungen. Die
Tarifkommission der Gewerkschaft legte sich am Mittwoch in
Sprockhövel vor der für Oktober angesetzten Tarifrunde noch nicht auf
eine exakte Forderung fest, macht sich aber einhellig für einen
höheren Abschluss als 2007 stark. Der Verband der Metall- und
Elektroindustrie in NRW wies die Forderung nach deutlichen
Einkommenssteigerungen umgehend zurück und verwies zur Begründung auf
die sich abkühlende Konjunktur. Ihre endgültige Forderung für die
Tarifrunde will die IG Metall am 19. September festlegen.

Im vergangenen Jahr hatten Gewerkschaft und Arbeitgeber
Einkommenssteigerungen von zunächst 4,1 Prozent sowie in einer
zweiten Stufe von 1,7 Prozent bei insgesamt 19 Monaten Laufzeit
vereinbart. Die bisherigen Diskussionen in den Regionen in
Nordrhein-Westfalen zielten mehrheitlich auf eine Forderung zwischen
sieben und acht Prozent, sagte ein Gewerkschaftssprecher.

Der IG-Metall-Bezirksleiter in NRW, Oliver Burkhard, sagte, für
2009 werde in der Branche ein Wachstum von vier bis fünf Prozent
erwartet. Durch die Inflationsentwicklung stünden die Beschäftigten
unter erheblichen Druck. «Deshalb werden wir mehr fordern, und wir
wollen mehr durchsetzen als 2007», betonte Burkhard.

Der Präsident des Metall-Arbeitgeberverbands in NRW, Horst-Werner
Maier-Hunke, nannte die Forderung von sieben bis acht Prozent mehr
Geld «rückwärts orientiert und auf die Vergangenheit bezogen». «Wir
verhandeln für die Zukunft, das Jahr 2009, und nicht für die
Vergangenheit», sagte der Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite.

Auch in den kommenden Wochen wird in der IG Metall weiter zur
Forderungshöhe diskutiert. Die Gewerkschaft befragt derzeit ihre 10
000 Tarifverantwortlichen zu wirtschaftlicher Lage und Perspektiven
in den Betrieben der Branche. Gefragt wird beispielsweise nach der
Auftragslage, den Überstunden oder den Fachkräftelücken.

Ergänzend zur Forderung nach mehr Geld will die IG Metall auch die
Besserstellung von Leiharbeitnehmern zum Thema der Tarifrunde machen.
Die Arbeitgeber sollen aufgefordert werden, mit ihren Betriebsräten
entsprechende Regelungen zu treffen, wie das bereits in 120 Betrieben
seit Anfang 2008 in Nordrhein-Westfalen erreicht wurde. Burkhard
sagte: «Es kann nicht sein, dass es in den Betrieben Beschäftigte
erster und zweiter Klasse gibt. Deshalb beziehen wir auch die
Leiharbeitnehmer in diese Tarifrunde mit ein.»

(ddp)


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