WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

13:43 | 02.11.2010
Metro spart sich aus der Krise

Düsseldorf (dapd). Deutschlands größter Handelskonzern Metro spart sich aus der Krise. Dank des Effizienzsteigerungsprogramms “Shape 2012″, das weltweit unter anderem den Abbau von 19.000 Arbeitsplätzen zur Folge hatte, wolle der Konzern bereits in diesem Jahr beim Gewinn das Vorkrisenniveau wieder übertreffen, sagte Konzernchef Eckhard Cordes am Dienstag in Düsseldorf. Der Handelsriese erhöhte bei der Vorstellung seiner Quartalszahlen seine Gewinnprognose (Ebit vor Sonderfaktoren) für das Gesamtjahr um 100 Millionen Euro auf 2,3 Milliarden Euro. Die anziehende Konjunktur habe dem Konzern dagegen in den ersten neun Monaten kaum Rückenwind gegeben, sagte der Manager.

Zwischen Januar und September steigerte der Handelskonzern seinen Umsatz um 3,1 Prozent auf 47,5 Milliarden Euro und lag damit nur noch knapp unter dem Niveau vor der Wirtschaftskrise. Währungsbereinigt lag das Plus allerdings nur bei 1,3 Prozent. Das operative Ergebnis stieg dagegen deutlich um 21,4 Prozent auf 915 Millionen Euro. Und das Nettoergebnis fiel mit 229 Millionen Euro sogar mehr als doppelt so hoch aus wie im Vorjahr (85 Millionen Euro). Vor allem das dritte Quartal verlief für Metro mit einem Umsatzplus von 4,5 Prozent und einer Steigerung des operativen Ergebnisses um 27 Prozent ausgesprochen erfolgreich.

“Wir spüren in allen Regionen eine deutliche Belebung des Geschäfts”, sagte Cordes mit Blick auf das dritte Quartal. Auch für das Weihnachtsgeschäft sei die Metro angesichts der positiven Konjunkturentwicklung “vorsichtig optimistisch”. Positiv wirkt sich für die Metro vor allem die wirtschaftliche Erholung in Osteuropa aus – zuletzt das größte Sorgenkind des Konzerns. “Unsere Einschätzung betätigt sich, dass auch Osteuropa wieder als Wachstumstreiber zurückkehrt”, sagte Cordes.

Allerdings verlief die Entwicklung in den verschiedenen Unternehmenssparten durchaus unterschiedlich. Größter Wachstumstreiber im Konzern sind weiterhin die Elektronikmarktketten Media Markt und Saturn mit einem Umsatzplus von 7,7 Prozent – allerdings bei stagnierendem Gewinn. Und das Wachstum soll weitergehen. Noch in diesem Monat will Media Markt die erste Filiale in China eröffnen. Bis Mitte des Jahrzehnts könnte es bereis mehr als 100 Märkte dort geben, glaubt die Metro.

Positive Effekte erwarten die Elektronikmarktketten auch durch die vier neuen Eigenmarken ok, Koenic, Peaq und Isy. Die ersten 50 Produkte sollen bereits im Weihnachtsgeschäft in den Läden stehen. Hersteller der Koenic-Hausgeräte sei Bosch/Siemens, verriet Cordes.

Kunden in Deutschland müssen allerdings vorläufig weiter auf die Möglichkeit warten, bei den Marktführern Flachbildschirme oder Waschmaschinen auch per Internet bestellen zu können. Den Startschuss für ein eigenes Online-Angebot wollen die Elektronikmärkte nun frühestens 2011 geben. “Qualität hat Vorrang vor Schnelligkeit”, sagte Cordes. Die Versuchsläufe in Österreich und den Niederlanden hätten gezeigt, dass die Logistik und die IT-Systeme noch verbessert werden müssten.

Die Warenhauskette Kaufhof steigerte Umsatz und Ergebnis spürbar. Gemischter fiel die Bilanz allerdings bei den beiden anderen Sparten aus. Der größte Umsatzbringer, die Großhandelskette Metro CashCarry, steigerte den Absatz nur geringfügig um 1,4 Prozent, währungsbereinigt sank er sogar um 0,9 Prozent. In Deutschland gingen die Umsätze – nicht zuletzt durch die Schließung von fünf Filialen – um 2,7 Prozent zurück. Doch verbesserte sich das Ergebnis um 25 Prozent.

Die SB-Warenhauskette Real steigerte ihren Umsatz um zwei Prozent, währungsbereinigt entsprach dies allerdings lediglich einem Plus von 0,3 Prozent. Doch auch hier verbesserte sich das Ergebnis deutlich.

dapd


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