17:34 | 23.09.2008
Mibrag steht offenbar vor Verkauf
Leipzig (ddp-lsc). Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft
(Mibrag) steht offenbar vor dem Verkauf. Die US-Gesellschafter URS
und NRG Energy, die zu je 50 Prozent an dem Konzern beteiligt sind,
wollen sich nach einem Medienbericht so schnell wie möglich von dem
Unternehmen trennen. Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD)
hatte am Dienstag jedoch noch keine Informationen zu dem geplanten
Verkauf. Allerdings zeigte er sich besorgt um die 2500 Arbeitsplätze
und verwies zudem auf zahlreiche Arbeitsplätze im Umfeld der Mibrag.
Ein Großteil der Region Mitteldeutschland hänge an dem Unternehmen,
sagte Jurk.
Das Unternehmen wollte sich am Dienstag nicht äußern, wie eine
Sprecherin auf Anfrage sagte. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister
Reiner Haseloff (CDU) hingegen bestätigte die Verkaufsabsicht. Ein
Verkauf an einen europäischen Investor könnte eine langfristige
Sicherheit für das Unternehmen bedeuten, erklärte Haseloff nach
Angaben einer Sprecherin.
Als Käufer werden nach einem Bericht der «Leipziger Volkszeitung»
(Dienstagausgabe) unter anderem Vattenfall, RWE und Electrabel
gehandelt. Keiner der Beteiligten wollte gegenüber der Zeitung zu den
Plänen Stellung nehmen. Hintergründe des Verkaufs sollen strategische
Neuausrichtungen der beiden Mibrag-Hauptaktionäre sein.
Die Mibrag beschäftigt den Angaben zufolge 2500 Mitarbeiter in
Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Sie setzte im vergangenen Jahr
etwa 330 Millionen Euro um und verdiente rund 40 Millionen Euro.
(ddp)
|