5:41 | 27.05.2008
Milchbauern kämpfen mit Lieferstopp für höhere Preise von Molkereien
Osnabrück (ddp). Mit scharfen Vorwürfen gegen Molkereien hat der
Bundesverband der Deutschen Milchviehhalter (BDM) einen an diesem
Dienstag startenden bundesweiten Lieferstopp für Milch angekündigt.
Der «Neuen Osnabrücker Zeitung« (Dienstagausgabe) sagte
BDM-Vorsitzender Romuald Schaber: »Die Molkereien sitzen das Problem
aus, und wir Bauern müssen die Suppe auslöffeln.» Die zentrale
Forderung des BDM: «Wir verlangen von den Molkereien einen Basispreis
von 43 Cent pro Liter«, sagte Schaber.
Nach seinen Worten tragen die Molkereien eine Mitschuld am
Preisverfall. »Seit Januar ist der Literpreis runtergepurzelt – von
über 40 Cent auf 28 bis 34 Cent», sagte der BDM-Chef. Die Betriebe in
Norddeutschland habe es härter getroffen als die Milchbauern im
Süden. «Uns ärgert vor allem, dass wir mit den Molkereien
Strategiegespräche geführt haben, um den Überhang aus den Märkten zu
kriegen. Aber die Molkereien sind darauf gar nicht eingegangen»,
klagte Schaber.
Wie die rund 33 000 BDM-Mitglieder, die 45 bis 50 Prozent der
deutschen Milch liefern, mache auch er beim Lieferstopp mit. Die
Milch verfüttere er an die Jungtiere. “Und was die nicht saufen,
kommt in die Gülle.»
(ddp)
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