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18:46 | 07.02.2012
Mobile Einsatztruppe soll S-Bahn-Auslieferung beschleunigen
Berlin (dapd). Eine mobile Arbeitsgruppe soll ab sofort die Zulassung der unfertigen S-Bahnen des Herstellers Bombardier beschleunigen. Darauf einigten sich die Chefs der Deutschen Bahn, des Herstellers und des Eisenbahn-Bundesamts (EBA) am Dienstag in Berlin mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Von 178 bestellten Zügen, die teils vor zwei Jahren ausgeliefert werden sollten, seien erst 34 im Einsatz, davon nur vier im Planbetrieb, sagte Bahnchef Rüdiger Grube. Ramsauer drohte dem EBA mit Konsequenzen. Grube nannte den Zustand “nicht akzeptabel”. Er wollte sich trotz einer Zusage von Bombardier-Chef Klaus Baur nicht darauf festlegen, dass die für die Betriebsaufnahme des neuen Hauptstadtflughafens Berlin am 3. Juni benötigten neuen S-Bahnen rechtzeitig bereitstünden. Sollte es nicht klappen, wäre das “peinlich und teuer”, klagte Grube. Er sprach von “Salami-Taktik” seitens des Herstellers, kritisierte aber auch die Zulassungsdauer, die sich für eine Lokomotive über 48 Monate hinziehe. Auch EU-weite Harmonisierungen stünden lediglich auf dem Papier, monierte er. Probleme mit den Bremsen Neben nicht funktionierender Software und zu geringer Höchstgeschwindigkeit hätten einige Varianten der “Talent 2″-Züge auch Probleme mit den Bremsen, für deren Behebung noch keine Lösung in Sicht sei. Derzeit sind drei der Züge bei der Nürnberger S-Bahn in Betrieb und einer bei der Moselbahn. Die anderen 30 werden zu Schulungszwecken genutzt. Geplant ist der Einsatz unter anderem bei der Rhein-Sieg-Bahn und eben als Berliner Flughafenzubringer. Baur sagte weitere 42 Züge für Nürnberg und vier für die Moselbahn bis Ende März zu. Er führte die teils jahrelange Verzögerung auch auf immer neue Anforderungen durch die Genehmigungsbehörde zurück. Er begrüßte den Einsatz der mobilen Arbeitsgruppe aus Beteiligten der Industrie, der Genehmigungsbehörde und des Herstellers, der lange Abstimmungen zwischen den Beteiligten verkürzen und pragmatische Lösungen vor Ort ermöglichen soll. Sie soll schon in der kommenden Woche ihre Arbeit aufnehmen. Auch Mitarbeiter aus der Ministeriumszentrale sollen dabei sein und sich über eventuell zu optimierende Abläufe informieren. Ramsauer nannte keine Details über mögliche Konsequenzen in diesem Zusammenhang, betonte aber, es vergehe kaum ein Tag, an dem ihn nicht eine Beschwerde über lange Genehmigungsverfahren erreiche. “Ich schrecke hier vor nichts zurück”, um das zu ändern”, sagte er. dapd |
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