15:23 | 06.05.2008
Neuer GDL-Chef Weselsky kritisiert geplante Bahnprivatisierung
Berlin (ddp). Der neu gewählte Vorsitzende der Gewerkschaft
Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, kritisiert die
geplante Teilprivatisierung der Deutschen Bahn. «Es ist zu
befürchten, dass nach der Privatisierung der Druck auf die
Eisenbahner durch die Renditeerwartungen weiter zunehmen wird und
Arbeitsplätze gefährdet sind», sagte Weselsky am Dienstag in Berlin
bei der Generalversammlung der Gewerkschaft. Die Bahn werde
wahrscheinlich weitere Verkehre ausdünnen und Strecken stilllegen.
Zuvor war Weselsky von den 191 Delegierten mit 90 Prozent zum
Nachfolger von Manfred Schell gewählt worden. Zu seinen
Stellvertretern wurden Norbert Quitter und Sven Grünwoldt gewählt.
Der 65-jährige Schell, der seit 1958 bei der Bahn ist und seit 1989
der GDL vorsteht, geht in den Ruhestand. Mit der Durchsetzung eines
eigenständigen Tarifvertrags für die rund 20 000 Lokführer bei der
Deutschen Bahn sicherte Schell zuletzt in einem erbitterten
Arbeitskampf die Zukunft der Gewerkschaft.
Der 49-jährige Weselsky kündigte eine Fortsetzung des bisherigen
Gewerkschaftskurses an. Für die Tarifrunde 2009 plane die GDL eine
«moderate Entgelterhöhung», sagte der gebürtige Dresdner. Das
Hauptaugenmerk soll in der Tarifrunde auf einer Verbesserung der
Arbeitszeiten liegen. Auf diese Weise will die Lokführergewerkschaft
auch die Arbeitsbedingungen für das Zugpersonal verbessern können,
das zum Teil in der GDL organisiert ist, für das die Gewerkschaft
aber keine Tarifabschlüsse tätigen kann.
(ddp)
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