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16:03 | 27.08.2010
Nonnenmacher weist Anschuldigungen in Bespitzelungsaffäre zurück
Berlin (ddp). In der Bespitzelungsaffäre bei der HSH Nordbank hat der Vorstandsvorsitzende Dirk Jens Nonnenmacher jede Verantwortung von sich gewiesen. Nonnenmacher wandte sich am Freitag in Hamburg gegen den Vorwurf, die Landesbank habe im Vorjahr ihr Vorstandsmitglied Frank Roth mit einer Intrige abgesetzt. Während die Landesbank inzwischen selbst von Anwälten und Wirtschaftsprüfern die Umstände der Entlassung untersuchen lässt, ermittelt auch die Staatsanwaltschaft, ob Roth damals mit falschen Anschuldigungen aus dem Amt gejagt wurde. Auf der Bilanzpressekonferenz sagte Nonnenmacher laut einem Sprecher der Bank, die Vorwürfe der Bespitzelung und der Intrige gegen Roth seien “unglaublich und perfide”. Er habe niemals den Auftrag erteilt, mit illegalen Mitteln gegen Roth vorzugehen. Das Nachrichtenmagazin “Spiegel” hatte am Wochenende berichtet, dass ein ehemaliger Sicherheitsberater der Bank in einem Gespräch Ende Juli sich selbst und den Chef der HSH-Rechtsabteilung schwer belastet habe. So habe er das Büro eines Ex-HSH-Nordbank-Vorstands verwanzt und sei in dessen Privatwohnung eingedrungen. Zudem berichtete der Sicherheitsexperte, an der Manipulation von Dokumenten mitgewirkt zu haben, die zur Entlassung des Mannes geführt hätten. Am Montag hatte jedoch die Prevent AG mitgeteilt, dass ihr früherer Mitarbeiter vor einem Notar eine beglaubigte Erklärung abgegeben habe, wonach sämtliche in einem Medienbericht verbreiteten Anschuldigungen “völlig gegenstandslos sind und nicht der Wahrheit entsprechen”. Der Chefjustiziar der HSH ist inzwischen von seiner Arbeit freigestellt. Der Aufsichtsrat des Instituts hatte Roth im April 2009 fristlos entlassen, nachdem mit Wasserzeichen und individuellen Markierungen versehene vertrauliche Vorstandsdokumente bei britischen Journalisten aufgetaucht sein sollen. Diese Markierungen seien rechtlich zulässig gewesen, sagte Nonnenmacher, dem der Aufsichtsrat am Donnerstag demonstrativ den Rücken gestärkt hatte. Die Abberufung von Roth sei inhaltlich und formal nicht zu beanstanden, sagte Nonnenmacher. Nachdem die Staatsanwaltschaft Kiel das Verfahren gegen Roth im Juni mangels konkreter Tathinweise eingestellt hatte, ermittelt sie nun gegen die Bank. “Die Staatsanwaltschaft Kiel prüft den Verdacht der falschen Verdächtigung im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens”, sagte eine Justizsprecherin der Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Die Strafverfolger prüfen, ob die Anzeigeerstatter bei der Bank Roth mit gezielten Falschaussagen angeschwärzt haben. Die anhaltenden Spekulationen um die Amtsenthebung drängten die operative Entwicklung des Instituts zum Wochenschluss in den Hintergrund. Wie bereits vor einer Woche mitgeteilt, senkte die HSH dank einer deutlich niedrigeren Risikovorsorge im ersten Halbjahr ihren Nettoverlust im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 619 Millionen auf 380 Millionen Euro. Ohne das währungsbedingt dicke Minus beim Handelsergebnis hätte das Institut bereits wieder schwarze Zahlen geschrieben. Obwohl sich der positive Ergebnistrend fortsetze, könne die Bank mit dem Erreichten noch nicht zufrieden sein, sagte Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher. “Unser Ziel bleibt es nach wie vor, die Bank 2011 wieder in die Gewinnzone zu führen.” Trotz der Erholung in vielen Bereichen müsse die Umsetzung der strategischen Neuausrichtung oberstes Ziel bleiben, um den Bestand der Bank dauerhaft zu sichern. Die Bank war von den Hauptanteilseignern im vergangenen Jahr durch eine Kapitalspritze in Höhe von 3 Milliarden Euro sowie Garantien über 10 Milliarden Euro gerettet worden. ddp |
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