WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

4:30 | 08.03.2010
Optimistische Hellenen

Hamburg (ddp). Griechenland wird sich nach Einschätzung von
Notenbankchef Georgios Provopoulos aus eigener Kraft und ohne
Unterstützung aus dem Ausland aus dem Schuldensumpf ziehen. «Ein
Szenario, in dem Hilfe nötig sein wird, wird nicht Wirklichkeit
werden», sagte Provopoulos der «Financial Times Deutschland»
(Montagausgabe) laut Vorabbericht. Die Regierung habe mit den nun
vorgelegten Sparplänen bewiesen, dass sie zu mutigen Schritten bereit
sei.

Zudem habe die Emission der zehnjährigen Staatsanleihe am
Donnerstag bewiesen, dass Griechenlands Regierung in der Lage war, an
den Märkten die gewünschte Summe einzusammeln, sagte Provopoulos.
Zwar habe sie diesmal noch einen ziemlich hohen Preis zahlen müssen.
Er zeigte sich aber überzeugt, dass die Kosten sinken werden. «Ab
jetzt wird der Druck abnehmen», sagte Provopoulos.

Der Notenbankchef sagte, für den Fall, dass Griechenland doch
Hilfe von Außen brauche, sei er gegen einen Gang zum Internationalen
Währungsfonds (IWF). «Griechenland ist Teil der Euro-Familie, und
wenn Hilfe nötig würde, sollte das eine Aufgabe für die Euro-Zone
sein», argumentierte er. Zugleich kritisierte er Wortgefechte
deutscher und griechischer Medien und Politiker. «Es gibt ohne Frage
einige Übertreibungen durch Presseberichte und dumme Kommentare von
beiden Seiten», sagte Provopoulos.

(ddp)


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