15:42 | 26.02.2008
Osterloh kritisiert Wiedeking-Absage an neues VW-Gesetz
Wolfsburg (ddp-nrd). Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats der
Volkswagen Aktiengesellschaft, Bernd Osterloh, hat die Absage von
Porsche-Chef Wendelin Wiedeking an ein neues VW-Gesetz scharf
kritisiert. «Wer sich gegen ein neues VW-Gesetz stellt, der stellt
sich gegen diese Belegschaft», sagte Osterloh am Dienstag auf einer
Betriebsversammlung vor mehr als 20 000 Beschäftigten in Wolfsburg.
Wiedeking wolle der Belegschaft «ohne Not wichtige Schutzfunktionen
rauben», sagte Osterloh.
Er warnte Wiedeking, sich weiterhin gegen die Belegschaft von
Volkswagen zu stellen. «Wirtschaftlichkeit und
Beschäftigungssicherung sind bei Volkswagen zwei Seiten der gleichen
Medaille», fügte der Chef des Konzernbetriebsrats hinzu.
Die von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) vorgelegten
Eckpunkte für ein neues VW-Gesetz verstießen nicht gegen europäisches
Recht. «Die Bundesregierung setzt damit das Urteil des Europäischen
Gerichtshofs eins zu eins um», sagte der VW-Betriebsratschef. Beim
VW-Gesetz gehe es Wiedeking einzig darum, Volkswagen allein zu
dominieren. Wiedeking wolle “die Belegschaft nicht Fragen müssen,
wenn er Standorte verlagern will», sagte Osterloh.
Für die Arbeitnehmer sei das Land Niedersachsen bei der Standort-
und Beschäftigungssicherung immer ein verlässlicher Partner gewesen.
«Wir wollen, dass das Land auch weiterhin eine wichtige Rolle bei
Volkswagen spielt», sagte Osterloh.
Nach dem von Zypries vorgelegten Gesetzentwurf würde das Land
Niedersachsen seine faktische Sperrminorität behalten.
VW-Großaktionär Porsche wehrt sich vehement gegen eine Neuauflage des
im Oktober vom Europäischen Gerichtshof verworfenen Gesetzes.
(ddp)
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