16:02 | 17.08.2009
Pilotanlage zur CO2-Rauchgaswäsche nimmt Betrieb auf
Bergheim-Niederaußem (ddp-nrw). Im RWE-Braunkohlekraftwerk in
Bergheim-Niederaußem wird am Dienstag Deutschlands erste Pilotanlage
zur Kohlendioxid-Rauchgaswäsche ihren Betrieb aufnehmen. Bei dem
Projekt geht es nach RWE-Angaben um eine Technologie zur
klimaschonenden Stromerzeugung. Bei der Einweihung werden unter
anderen Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU)
sowie Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU)
erwartet.
Die Kosten für das Projekt liegen bei rund neun Millionen Euro,
das Vorhaben wird zu 40 Prozent vom Bundeswirtschaftsministerium
bezuschusst. Für das gesamte Entwicklungsprojekt mit Errichtung und
Betrieb einer Pilot- und einer Demonstrationsanlage für die
CO2-Wäsche hat RWE Power ein Budget von rund 80 Millionen Euro
eingeplant.
Die Anlage wird pro Stunde etwa 300 Kilogramm Kohlendioxid aus
einem Teilstrom der Kraftwerksrauchgase abscheiden. Das entspricht
bei der verarbeiteten Rauchgasmenge einem Abtrennungsgrad von 90
Prozent. In der Pilotanlage werden alle Aspekte der CO2-Wäsche unter
realen Bedingungen erprobt. Damit will RWE Power Erfahrungen für
spätere Großanlagen sammeln, mit denen moderne konventionelle Braun-
und Steinkohlenkraftwerke ab 2020 nachgerüstet werden könnten.
RWE Power ist den Angaben zufolge für das
CO2-Rauchgaswäsche-Projekt eine Kooperation mit BASF und Linde
eingegangen. Das Chemieunternehmen erprobt neue, energieeffiziente
Waschflüssigkeiten zur Abtrennung des CO2 aus dem Rauchgas. Linde
optimiert die Anlagentechnik für den Kraftwerksbetrieb. Ziel ist es,
den Energieaufwand der CO2-Abtrennung erheblich zu verringern.
(ddp)
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