12:41 | 24.02.2008
Post testet Einsatz von Zeitungsboten als Briefträger
Bonn (ddp). Die Deutsche Post probt den Einsatz von Zeitungsboten
als Briefträger. Gemeinsam mit der WAZ-Gruppe («Westdeutsche
Allgemeine Zeitung») gebe es einen zeitlich und räumlich begrenzten
Markttest, kündigte eine Post-Sprecherin am Sonntag an. Sie
bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel».
Vom 1. März bis zum 20. April würden unadressierte Werbesendungen von
Zeitungsboten ausgetragen. Sei das Pilotprojekt erfolgreich, seien
auch Marketing- und Medienkooperationen mit anderen Verlagen möglich.
Nach Informationen des Magazins tragen die «WAZ»-Boten zunächst im
Großraum Essen Postwurfsendungen aus. In weiteren Schritten könnte
das Projekt auf große Teile Nordrhein-Westfalens und auf andere
Zeitungsverlage im Bundesgebiet ausgedehnt werden.
Dem Magazinbericht zufolge sehen Konkurrenten des Logistikkonzerns
und Gewerkschaften darin einen Versuch der Post, den eigenen
Mindestlohn zu unterlaufen. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di
fordert demnach das Unternehmen auf, die Planungen einzustellen. Die
Post verstoße nicht nur gegen den Mindestlohn, sondern auch gegen
Verträge, die sie verpflichteten, auf Dienstleistungen fremder
Zustellfirmen zu verzichten.
Die Sprecherin wies die Kritik zurück. Es handele sich nicht um
Briefe, sondern lediglich um Werbesendungen. Diese Zustellungen
fielen nicht unter das Mindestlohnangebot.
(ddp)
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