3:47 | 24.06.2009
Prozess gegen Löbbert-Brüder wird neu aufgerollt
Münster (ddp-nrw). Der Prozess um Bilanzfälschungen in der Firma
der beiden Entsorgungsunternehmer Dieter und Johannes Löbbert wird ab
heute vor dem Landgericht Münster neu aufgerollt. Für das Verfahren
sind nach Justizangaben zunächst 20 Verhandlungstage bis November
angesetzt.
Das Landgericht Münster hatte den 59-jährigen Dieter und den 60
Jahre alten Johannes Löbbert am 29. März 2007 wegen Kreditbetrugs in
Millionenhöhe zu Freiheitsstrafen von siebeneinhalb Jahren
verurteilt. Dagegen hatten die beiden Brüder Revision eingelegt. Der
Bundesgerichtshof in Karlsruhe hatte das Verfahren zur neuerlichen
Verhandlung an eine andere Kammer des Landgerichts Münster
zurückverwiesen. Als Grund wurden Verfahrensfehler angegeben.
Damit muss der aufwendige Prozess mit damals 160 Verhandlungstagen
neu geführt werden. Den Brüdern Löbbert wurde vorgeworfen, in ihrem
Abfallentsorgungsunternehmen Bilanzen gefälscht zu haben, um sich bei
Banken günstige Kredite zu erschleichen und die Aktionäre zu
täuschen. Bei der Manipulation der Jahresabschlüsse wurden laut
damaliger Anklage über 1000 Rechnungen für die zur Unternehmensgruppe
gehörende Berliner SERO Entsorgung AG ausgestellt, zu denen es nie
entsprechende Aufträge gegeben hatte. Das Gesamtvolumen dieser
Luftrechnungen belief sich auf 120 Millionen Euro.
(ddp)
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