12:33 | 16.01.2009
Reiselust der Deutschen ungebrochen
Stuttgart (ddp-bwb). Die Deutschen lassen sich ihre Urlaubsfreuden
von der schweren Wirtschaftskrise offenbar nicht vermiesen. Nach
einer Prognose der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen, die vor
Beginn der Urlaubs-Messe CMT am Freitag in Stuttgart vorgestellt
wurde, werden die Buchungen auf dem Reisemarkt 2009 das Niveau des
vergangenen Jahres erreichen.
Nur 13 Prozent der Deutschen sähen ihre Urlaubsplanung von der
Finanzkrise betroffen. Das Marktforschungsinstituts GfK befürchtet in
der Studie TravelScope hingegen Einbußen. Demnach wurden bislang 4,4
Prozent weniger Urlaubsreisen für die noch laufende Wintersaison und
2,3 Prozent weniger Reisen für die kommende Sommersaison geplant.
Auf dem Gelände der neuen Landesmesse am Stuttgarter Flughafen
öffnet am Samstag die CMT. Sie gehört zu den größten Publikumsmessen
für Touristik und Freizeit in Europa und dient der Reisebranche als
Trendbarometer für das neue Jahr.
Laut GfK TravelScope wurden bereits verstärkt Frühbucherangebote
wahrgenommen. Dies zeige, dass sich Verbraucher bei langfristigen
Planungen kaum von Negativ-Meldungen aus der Wirtschaft beeinflussen
ließen. Bei kurzfristigen Angeboten, etwa für Winterreisen, bleiben
sie jedoch zurückhaltend. Wie stark die Sommersaison unter der Krise
leiden werde, lasse sich noch nicht sagen, hieß es. Dies hänge auch
davon ab, wie viele Menschen vom Konjunkturabschwung betroffen sein
werden.
Martin Lohmann von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen
räumte ein: «Die rechte Urlaubslust will bei manchen noch nicht
aufkommen». Bislang führe die «Besorgnis und Unsicherheit in
wirtschaftlicher Hinsicht» noch zu einer «abwartenden Haltung». 21
Prozent der Deutschen planen für 2009 weniger Reisen als im
vergangenen Jahr. Etwa genauso viele planen jedoch mehr Reisen.
Drei Viertel der Deutschen hätten schon über Urlaubsreisepläne
nachgedacht, 28 Prozent hätten genügend Geld, Zeit und Lust. Die Zahl
der «noch Unsicheren» sei aber im Vergleich zu 2008 gestiegen. Sollte
die Nachfrage zurückgehen, erwarte man keinen Verzicht auf den
Jahresurlaub, sondern vor allem einen Rückgang bei zusätzlichen
Urlaubsreisen oder Kurzreisen. Denkbar sei auch, dass die Deutschen
preisgünstigere Reisen buchen.
«Bevor man sich in den Ferien einschränkt, wird lieber an anderem
gespart», gab sich der Geschäftsführer der Messe Stuttgart, Roland
Bleinroth, optimistisch. Die CMT ist wie in den Vorjahren komplett
ausgebucht. Bis zum 25. Januar präsentieren 1889 Aussteller aus 95
Ländern ihr Angebot – so viele wie nie zuvor. Die Veranstalter
erwarten rund 200 000 Besucher.
Partnerländer der CMT sind diesmal Rumänien und Argentinien. Im
Caravaning-Bereich, der mit mehreren Weltpremieren aufwartet, stellt
sich Norwegen als Partnerregion vor. Am ersten Messe-Wochenende
stehen zusätzlich zur CMT-Ausstellung Sondermessen zu den Themen
Fahrrad- und Erlebnisreisen sowie Wandern und Kanu auf dem Programm.
Am zweiten Wochenende liegt ein Schwerpunkt auf Golf- und
Wellnessreisen sowie Kreuzfahrt- und Schiffsreisen. Neu im Angebot
sind Kulturreisen. Vier Tage lang findet zudem die «Motorfaszination»
in einer eigenen Messehalle statt.
(ddp)
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