16:59 | 19.05.2009
Schleswig-Holstein ist jetzt Weinbauland
Grebin/Bad Kreuznach (ddp-rps). In Schleswig-Holstein wird seit
Dienstag professionell Wein angebaut. Auf dem Hof Altmühlen in Grebin
wurden dazu auf einem zwei Hektar großen Feld die ersten Weinreben
gepflanzt. «Wir haben hier einen idealen Spargelboden, also einen
leichten Sandboden, der sich von der Sonne schnell erwärmt, was den
Reben dann natürlich auch wieder zugutekommt», sagte der Winzer
Steffen Montigny aus Bad Kreuznach. Er wurde im vergangenen Jahr von
der Nahe nach Grebin gerufen, um das erste norddeutsche
Weinanbauexperiment zu leiten.
Rheinland-Pfalz hatte dem nördlichsten Bundesland Pflanzrechte für
zehn Hektar abgetreten. Am 21. April verabschiedete der
schleswig-holsteinische Landtag daraufhin eine neue
Weinbauverordnung. Winzer können künftig auf Antrag Anbaurechte
erwerben und dürfen patentierte Weinsorten gewerblich anbauen.
Auf dem Gut Altenmühle fanden Experten einen geeigneten Boden für
die Weinpflanze. Auch die klimatischen Bedingungen halten die
Experten für ausreichend. Zunächst werden weiße Rebsorten mit den
Namen Solaris, Johanniter, Muscaris und Felicia angepflanzt. «Es sind
sogenannte pilzwiderstandsfähige Rebsorten», sagte Montigny.
Der erste schleswig-holsteinische Tropfen soll «Terra Altmühlen»
heißen. Die norddeutsche Weinkellerei P. Schneekloth will die Weine
vermarkten. Michael Schlink, Leiter der Weinkellerei, sieht für den
schleswig-holsteinischen Wein – zumindest landesweit – gute
Vermarktungschancen: «Das wird zunächst mal eine Spezialität für
Schleswig-Holstein sein und wenn wir neue Geschmacksformen
hinbekommen, dann werden uns am Markt auch durchsetzen.» 2011 wird
mit dem ersten Ertrag gerechnet und ein Jahr später mit der
Abfüllung.
(ddp)
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