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Siemens peilt Rekordergebnis an

München (ddp). Der Münchner Technologiekonzern Siemens hat im dritten Quartal 2009/10 sowohl Umsatz als auch Auftragseingang im Vergleich zur Vorjahresperiode gesteigert und ist auf dem Weg zu einem Rekordergebnis. Von April bis Ende Juni kletterten die Erlöse gegenüber dem Vorjahresquartal um vier Prozent auf rund 19,2 Milliarden Euro, wie der DAX-Konzern am Donnerstag mitteilte. Die Neuaufträge legten dabei um mehr als ein Fünftel auf 20,9 Milliarden Euro zu. Zum Quartalsende standen damit Bestellungen in Höhe 89 Milliarden Euro in den Büchern, nach 84 Milliarden Euro zur Geschäftsjahresmitte.

Netto verbuchte der Konzern den weiteren Angaben zufolge im dritten Quartal einen Gewinn von 1,41 Milliarden Euro nach 1,26 Milliarden Euro im Vorjahr. Die drei Sektoren Industrie, Energie und Medizintechnik kamen zusammen auf ein Ergebnis von 2,33 Milliarden Euro nach 1,67 Milliarden Euro im Vorjahr.

Besonders positiv entwickelte sich den Angaben zufolge mit dem Industriesektor die größte der drei Sparten. Vor allem das kurszyklische Geschäft mit Lichttechnik von Osram zog dank wachsendem Interesse an der LED-Technologie zuletzt wieder stärker an. In der IT-Sparte SIS, die der DAX-Konzern zum Ende des Geschäftsjahres in die Eigenständigkeit schicken will, schreibt Siemens weiterhin Verluste.

An der Prognose für das gesamte Geschäftsjahr hält Siemens weiter fest, nachdem diese erst zur Jahresmitte angehoben wurde. Beim Ergebnis der Sektoren will Siemens besser als im Vorjahr abschneiden und somit mehr als 7,5 Milliarden Euro Gewinn einfahren, womit ein Rekordergebnis erzielt werden würde. Nachdem Siemens in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres bereits ein Sektorenergebnis von 6,7 Milliarden Euro eingefahren hat, fehlen den Münchnern zur Erfüllung ihrer Prognose nur noch 800 Millionen Euro. Entsprechend kündigte der Vorstandsvorsitzende Peter Löscher an, die Sektoren würden das Vorjahresergebnis «deutlich übertreffen».

Siemens profitiert neben einem starken Geschäft mit erneuerbaren Energien und fossilen Kraftwerken derzeit auch von den Stellenstreichungen der Vergangenheit. Die Münchener hatten Ende 2007 ein Sparprogramm präsentiert, dem insgesamt rund 17 000 Stellen zum Opfer fielen, davon 12 600 in der Verwaltung. Weltweit beschäftigte der Konzern Ende Juni 402 000 Mitarbeiter.

Analysten zeigten sich von den Drittquartalszahlen durchweg positiv überrascht. Problematisch sehen mehrere Analysten dagegen die wachsende Unterdeckung der Pensionen. Zum Quartalsende betrug die Lücke bereits rund 6,1 Milliarden Euro. Zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres waren es erst 4 Milliarden Euro.

Bis 15.30 Uhr verlor die Aktie 0,8 Prozent auf 75,57 Euro. Morgan Stanley war nach der Zahlenvorlage bereits davon ausgegangen, dass der Markt wegen der hohen Erwartungen an das Quartal zunächst enttäuscht sein dürfte.

ddp

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