9:04 | 13.11.2008
Siemens übertrifft Wachstums- und Ergebnisziele
München (ddp-bay). Der Münchener Technologiekonzern Siemens hat im
abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 seine Wachstums- und Ergebnisziele
übertroffen. Bei der Vorlage der vorläufigen Zahlen für das im
September zu Ende gegangene Geschäftsjahr bestätigte Siemens am
Donnerstag «trotz zunehmender konjunktureller Widrigkeiten» seinen
Ausblick für 2009. «Wir haben unsere Hausaufgaben erledigt. Dabei
sind wir schneller vorangekommen als erwartet», sagte der
Vorstandsvorsitzende Peter Löscher. Die Auswirkungen der Finanzkrise
würden quartalsweise bewertet.
Den Angaben zufolge stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 2008, das
Löscher als «Jahr des Übergangs» bezeichnete, um 7 Prozent auf 77,3
Milliarden Euro. Ohne Berücksichtigung von Währungs- und
Portfolioeffekten sei der Umsatz um neun Prozent gewachsen.
Das Ergebnis der Sektoren, das Siemens als Kenngröße für die
Entwicklung des operativen Geschäfts bezeichnet, habe wie geplant mit
6,52 Milliarden Euro annähernd auf Vorjahrsniveau gelegen. Ohne die
darin enthalten Transformationskosten von 325 Millionen Euro sei die
Ergebnisprognose von rund 6,7 Milliarden Euro klar übertroffen
worden. Das Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten habe sich auf 1,9
Milliarden Euro nach 3,9 Milliarden Euro im Vorjahr belaufen und
beinhalte unter anderem Transformationskosten von 1,7 Milliarden Euro
und eine Rückstellung in Höhe von rund einer Milliarde Euro im
Zusammenhang mit den laufenden Vergleichsverhandlungen mit Behörden
in Deutschland und USA wegen mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen von
Siemens-Mitarbeitern. Der Gewinn nach Steuern stieg den Angaben
zufolge von 4,0 Milliarden auf 5,9 Milliarden Euro.
Für 2009 rechnet der DAX-Konzern weiterhin mit einem operativen
Ergebnis zwischen 8 und 8,5 Milliarden Euro im Kerngeschäft. Neben
dieser Zielvorgabe für die Sektoren Industrie, Energie und
Medizintechnik will das Unternehmen beim Konzernumsatz doppelt so
schnell wachsen wie die globale Wirtschaft. Das Ergebnis der
fortgeführten Aktivitäten soll insgesamt stärker zulegen als das
operative Ergebnis der Sektoren. Der Ausblick berücksichtige aber
keine Ergebniseffekte, die aus Restrukturierungen sowie rechtlichen
und regulatorischen Themen entstehen können, so Siemens.
Im vierten Geschäftsquartal verzeichnete Siemens aufgrund von
Sonderkosten einen Nettoverlust von 2,47 Milliarden Euro, nach einem
Minus von 155 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das operative
Ergebnis der Sektoren erreichte 1,49 (Vorjahr: 1,99) Milliarden Euro,
beinhaltete aber Transformationskosten von 325 Millionen Euro.
Analysten hatten ein Sektorenergebnis von 1,84 Milliarden Euro
erwartet. Insgesamt schlugen die angekündigten Sonderkosten im
vierten Quartal mit knapp vier Milliarden Euro zu Buche. Siemens
hatte bereits Ende September erklärt, durch Restrukturierungen und
Reorganisation insgesamt Aufwendungen von bis zu drei Milliarden Euro
zu erwarten. Der Hauptteil der Belastungen komme dabei aus dem
Verkauf des Geschäfts mit Telekommunikationslösungen für Unternehmen
sowie aus dem Programm zur Senkung der Verwaltungskosten.
(ddp()
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