19:45 | 19.08.2008
Siemens vor Vergleich mit US-Börsenaufsicht SEC
Frankfurt/Main (ddp). In der Siemens-Schmiergeldaffäre ist laut
Medienbericht noch im Herbst mit einem Vergleich mit den
amerikanischen Behörden zu rechnen. Darauf deuten nach Angaben der
«Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Mittwochausgabe) Aussagen
verschiedener Personen hin, die mit dem Fortgang der Gespräche
zwischen dem deutschen Elektrokonzern und dem amerikanischen
Justizministerium sowie der Wertpapieraufsichtsbehörde Securities and
Exchange Commission (SEC) vertraut sind.
«Sie versuchen, die Dinge zum Ende zu bringen», zitiert das Blatt
einen «gut informierten New Yorker Anwalt». «Das Unternehmen hat das
objektive Interesse, die Dinge zu beenden», sei auch von einem der
Beteiligten in Deutschland zu erfahren. Ein Siemens-Sprecher sagte
der Zeitung, eine entsprechende Entwicklung sei zwar wünschenswert,
lasse sich aber nicht planen, und Siemens sei auch nicht Herr des
Verfahrens.
Laut Zeitung wird das Justizministerium wahrscheinlich eine Strafe
verhängen, die dem doppelten Wert des von Siemens aus den
Schmiergeldgeschäften erzielten wirtschaftlichen Vorteils entspricht.
Die SEC werde zusätzliche Strafen fordern und auf die Einführung
einer Struktur Wert legen, die entsprechendes Fehlverhalten künftig
verhindert. Der von deutscher Seite befürchtete Ausschluss von
öffentlichen Aufträgen in den Vereinigten Staaten sei hingegen
unwahrscheinlich, da Siemens in dem Land rund 70 000 Mitarbeiter
beschäftige.
Auch die Strafzahlungen an die SEC dürften nach Informationen des
Blattes deutlich unter der früher kolportierten Maximalforderung des
Vier- bis Fünffachen der 1,3 Milliarden Euro Schmiergelder liegen,
die von Siemens in den fraglichen Jahren gezahlt worden seien.
(ddp)
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