WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

15:08 | 03.11.2009
Spielwarenbranche trotzt der Krise

Nürnberg (ddp-bay). Die deutsche Spielwarenbranche trotzt der
Wirtschaftskrise. Wie der Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels
(BVS) am Dienstag in Nürnberg mitteilte, erwartet die Branche für
2009 ein Umsatzwachstum von einem Prozent auf dann 4,3 Milliarden
Euro. Dies wäre ein neuer Rekord, trotz sinkender Geburtenrate: «Die
Krise ist noch nicht im Kinderzimmer angekommen. Der Markt ist intakt
und der private Verbrauch bleibt die Stütze der
Spielwarenkonjunktur», sagte BVS-Geschäftsführer Willy Fischel.

Die Deutschen verbrächten in wirtschaftlich schwierigen Zeiten
wieder mehr Zeit mit ihrer Familie oder Freunden zuhause, betonte
Fischel weiter. Gefragt seien vor allem traditionelle Spielwaren, für
welche die Verbraucher in den ersten drei Quartalen rund vier Prozent
mehr ausgegeben hätten. Dagegen seien die Ausgaben für Videospiele
auf hohem Niveau stagniert. Fischel unterstrich, dass demgegenüber
der gesamte Einzelhandel ein Minus von zwei Prozent verzeichnen
werde.

Nach Erwartung des BVS wird sich die Wirtschaftskrise auch nicht
auf die Weihnachtsgeschenke für die Kinder auswirken. Im Durchschnitt
bekomme jedes Kind in Deutschland Weihnachtsgeschenke im Wert von
insgesamt 240 Euro, sagte Fischel. Mit Preiserhöhungen müssten die
Verbraucher nach seinen Angaben nicht rechnen.

Trotz der guten Umsatzprognosen bleibt nach Angaben Fischels
aufgrund des unverändert hohen Wettbewerbsdrucks die Ertragssituation
im Handel «unbefriedigend». Daraus resultiert wohl eine Reihe von
Insolvenzen, die prominenteste die von Quelle. Der Niedergang des
Fürther Traditionsunternehmens hat sich nach Angaben Fischels auch
auf die Statistik ausgewirkt. So habe der klassische Versandhandel
mit einem Rückgang des Marktanteiles von drei auf zwei Prozent
gegenüber dem Internet an Boden verloren. Die Online-Shops steigerten
ihren Anteil von neun auf zehn Prozent.

Von dem Wachstum des Gesamtmarktes profitiert auch die Industrie.
Nach Angaben von Volker Schmid vom Deutschen Verband der
Spielwaren-Industrie stieg die Mitarbeiterzahl 2008 um 0,42 Prozent
auf 11 037. Motor des Wachstums seien dabei vor allem die Exporte,
welche seit 2005 um über 170 Prozent gestiegen seien. Besonders hoch
fiel die Steigerung demnach in den EU-Staaten, Osteuropa und der
Schweiz aus.

(ddp)


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