WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

18:49 | 14.07.2010
Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Ex-S-Bahnvorstand ein

Berlin (ddp). Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen die ehemalige Geschäftsführung der Berliner S-Bahn wegen des Verkehrschaos eingestellt. Es seien bei den Untersuchungen zwar Wartungsmängel festgestellt worden, in diesem Zusammenhang hätten aber keine Straftaten nachgewiesen werden können, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur ddp.

Nach seinen Angaben seien zwei Komplexe geprüft worden. Der erste habe sich auf den Zeitraum vor dem 1. Mai 2009 bezogen. Damals war im Ortsteil Kaulsdorf bei einer S-Bahn ein Rad gebrochen. Verletzt wurde niemand. Zwar sei die Laufleistung des Rades leicht überschritten gewesen. Der Unfall habe aber mehrere technische Aspekte gehabt, die für die Beschuldigten nicht vorhersehbar gewesen seien, führte Steltner an. In diesem Zusammenhang sei kein strafbares Verhalten feststellbar.

Auch im Anschluss an den Unfall sind laut Staatsanwaltschaft Wartungsintervalle nicht eingehalten worden. Hierfür habe zwar jemand Verantwortung gehabt. Allerdings gebe es auch dabei keinen Straftatbestand, da die konkrete Gefahr eines «Beinaheunfalls» nicht habe nachgewiesen werden können.

Am 30. Juni vergangenen Jahres hatte das Eisenbahn-Bundsamt (EBA) angeordnet, wegen des Unfalls in Kaulsdorf ein Großteil der S-Bahnflotte aus dem Verkehr zu ziehen. Am 2. Juli trat die Führungsspitze der S-Bahn um Chef Tobias Heinemann geschlossen zurück. Das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn kann bis heute noch keinen vollständigen Zugverkehr anbieten, was die S-Bahn bislang einen Millionenbetrag gekostet hat. Die Kunden müssen mindestens noch bis Jahresende weiter mit Einschränkungen im Fahrbetrieb rechnen.

ddp


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