16:52 | 21.01.2008
Stahl-Tarifrunde auf 29. Januar vertagt
Gelsenkirchen (ddp-nrd). In den Tarifverhandlungen für die Eisen-
und Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen
haben Arbeitgeber und IG Metall ihr erstes Treffen am Montag in
Gelsenkirchen ohne Ergebnis beendet. Sie wollen am 29. Januar (15.00
Uhr) ebenfalls in Gelsenkirchen zu neuen Gesprächen zusammen kommen.
Zum Auftakt habe die Einschätzung der Stahlkonjunktur im Zentrum
gestanden, sagte der NRW-Bezirkschef der Gewerkschaft, Oliver
Burkhard. In Verhandlungsdetails sei man noch nicht eingestiegen.
Die IG Metall fordert für die rund 85 000 Beschäftigten acht
Prozent mehr Lohn und Gehalt. Burkhard zeigte sich «erfreut», dass
die Arbeitgeber in den rund zweistündigen Auftaktgesprächen «unsere
Einschätzung einer guten Branchenlage geteilt” hätten. Das laufende
Jahr werde für die Branche so gut wie 2007. Da es der Stahlindustrie
damit glänzend gehe, sei die Forderung der IG Metall «allemal
finanzierbar». Burkhard erwartet von den Arbeitgebern, dass
spätestens nach vier Verhandlungsrunden bis Mitte Februar ein
«entscheidungsfähiges Ergebnis» vorliegt.
Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Helmut Koch, nannte die
Einkommensforderung der IG Metall «unakzeptabel». In den kommenden
Runden müssten nun alle wichtigen Punkte sorgfältig diskutiert
werden. Koch forderte einen Tarifabschluss mit «Augenmaß». Für die
Branche komme es darauf an, die wieder erreichte Wettbewerbsfähigkeit
zu erhalten. Damit würden auch Arbeitsplätze gesichert. Darüber
hinaus müsse auch mehr Geld in Forschung und Entwicklung fließen.
Weitere Forderungen der IG Metall sind eine Anhebung der
Ausbildungsvergütungen um 100 Euro sowie eine Arbeitszeitverkürzung
für ältere Arbeitnehmer. Dies will die Gewerkschaft über jeweils
einen Urlaubstag mehr pro Jahr ab dem 50. Lebensjahr durchsetzen. Der
neue Tarifvertrag soll nach Willen der IG Metall eine Laufzeit von
zwölf Monaten haben und am 1. Februar in Kraft treten.
(ddp)
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