14:10 | 04.03.2008
Streik bei der BVG legt Nahverkehr weitgehend lahm
Berlin (ddp-bln). Die Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe
(BVG) treten in der Nacht zum Mittwoch in einen unbefristeten Streik.
Ab 3.00 Uhr fahren nach Angaben der Gewerkschaft ver.di keine Busse,
U-Bahnen und Straßenbahnen der BVG oder ihrer Unternehmenstochter
Berlin Transport (BT) mehr. Die Fahrzeuge werden die Betriebshöfe
nicht verlassen, die Eingänge zu U-Bahnhöfen bleiben versperrt. Die
S-Bahn ist von dem Ausstand nicht betroffen.
Die BVG plant den Einsatz von Fahrzeugen privater Unternehmen für
die wichtigsten Strecken. Ersatzbusse sollen die Fahrgäste bis zur
nächsten S-Bahn-Station bringen. Laut BVG fahren im regulären Betrieb
jedoch täglich bis zu 1300 Busse, für den Notdienst stehen den
Angaben zufolge 120 bereit.
Am ersten Streiktag will ver.di an den Betriebshöfen zunächst mit
dem Aufbau von Streiklokalen beginnen. Für Freitag ist ein Treffen
mit den Mitarbeitern in der Gewerkschaftszentrale in der Köpenicker
Straße angekündigt. Dabei soll das weitere Vorgehen besprochen und
auf eventuelle Angebote der Arbeitnehmer reagiert werden.
Die Gewerkschaft verlangt Gehaltserhöhungen von bis zu zwölf
Prozent, mindestens aber 250 Euro brutto monatlich mehr. Dagegen will
der Kommunale Arbeitgeberverband Berlin (KAV) vorrangig den seit 2005
eingestellten sogenannten Neu-Beschäftigten mehr Geld zahlen. Die
Alt-Beschäftigten sollen weitgehend leer ausgehen. Bei der
Urabstimmung votierten in der vergangenen Woche knapp 97 Prozent der
Mitglieder für einen Arbeitskampf.
Nach ver.di-Angaben soll während des Streiks das Callcenter
(19449) für Informationen weiter besetzt bleiben. Auch an den
Bahnhöfen soll es schriftliche Auskünfte geben. Der Verkehrsverbund
Berlin-Brandenburg (VBB) wies zudem auf die Streikwebseite
(vbbonline.de/streik) und die Info-Hotline (030-25414141) hin, die
über alle Verbindungen von S-Bahn, Regionalverkehr und die weiter
verkehrenden Busse privater Subunternehmen Auskunft geben will.
(ddp)
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