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13:49 | 12.06.2010
Streit um Genmais-Aussaat verschärft sich
Hamburg (ddp). Der Streit um die bundesweite Ausbringung von genverunreinigter Maissaat der in Buxtehude ansässigen Firma Pioneer nimmt an Schärfe zu. Wie das Nachrichtenmagazin «Der Spielgel» am Samstag vorab berichtete, kritisieren die Grünen, das Inkaufnehmen der Aussaat öffne der Agrogentechnik den Weg «durch die Hintertür». Greenpeace vermutet dem Bericht zufolge, der Behördenschlendrian könne die Null-Toleranz-Grenze bei Saatgut aufweichen – eine Regelung, die von der Industrie erbittert bekämpft wird. Wegen der «wochenlang unterbliebenen Warnung» vor genverunreinigtem Saatgut gerate das niedersächsische Landwirtschaftsministerium in Bedrängnis, heißt es in dem Bericht. Die betroffene Firma Pioneer bezweifelt vorgenommene Tests, bei denen Verunreinigungen nachgewiesen wurden. Eigene Studien vor und nach der Aussaat hätten keine Verunreinigungen ergeben, zitierte das Magazin Geschäftsführer Ulrich Schmidt. Dem «Spiegel» zufolge hatten allerdings auch Proben aus anderen Bundesländern Belastungen gezeigt. Greenpeace zufolge stammten 22 Prozent aller in diesem Jahr staatlich ermittelten Maissaatgut-Verunreinigungen von Pioneer. In einer Erklärung betonte Pioneer laut «Spiegel», in Ungarn – dem Herkunftsland der Saaten – dürften keine Gentech-Pflanzen angebaut werden. Von den Freisetzungsversuchen mit Gentech-Material, die Pioneer dort machte, stand davon nichts. Das Landwirtschaftsministerium in Hannover hatte erst vor wenigen Tagen Vorwürfe des Behördenschlendrians zurückgewiesen. Das Saatgut von Pioneer wurde auf rund 2000 Hektar in fünf Bundesländern ausgebracht. Neben Niedersachsen, wo 25 Landwirte mit einer Fläche von knapp 300 Hektar betroffen sind, wurde der gentechnisch veränderte Mais auch in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg und Bayern ausgesät. ddp |
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