WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

12:31 | 21.05.2008
Tarifstreit legt Flugzeuge lahm

Frankfurt/Main (ddp). Mit einem mehrstündigen Warnstreik haben die
Piloten der Lufthansa-Tochtergesellschaften Eurowings, Germanwings
und Lufthansa Cityline am Mittwochmorgen an zahlreichen deutschen
Flughäfen Ausfälle und Verspätungen verursacht. Von den Behinderungen
waren nach Angaben der Fluggesellschaften mehrere Tausend Passagiere
betroffen. Hintergrund sind die gescheiterten Tarifverhandlungen
zwischen der Pilotenvereinigung Cockpit und der Lufthansa über eine
bessere Bezahlung. Ob in den kommenden Tagen weitere Warnstreiks
drohen, ließ Cockpit auf Anfrage offen.

Insgesamt hätten sich rund 200 Piloten und Co-Piloten an dem
«äußerst erfolgreichen» Arbeitskampf beteiligt, teilte Cockpit mit.
Von 5.30 bis 8.00 Uhr seien 97 von 99 Flügen an den Flughäfen
Frankfurt am Main, München, Düsseldorf, Köln, Berlin-Tegel und
Berlin-Schönefeld, Hamburg, Nürnberg, Stuttgart, Bremen, Paderborn,
Münster-Osnabrück, Friedrichshafen und Dresden betroffen gewesen.
Davon entfielen 52 Flüge auf Lufthansa Cityline, 27 auf Germanwings
und 20 auf Eurowings.

Allein bei Lufthansa Cityline und Eurowings seien 64 Flüge
gestrichen worden, sagte eine Sprecherin. Davon seien rund 2200
Passagiere betroffen gewesen. Sie seien auf andere Maschinen
umgebucht worden. Bei Germanwings seien 3 Flüge ausgefallen, 22 seien
verspätet gestartet.

Cockpit will den Angaben zufolge mit dem Warnstreik den
Forderungen nach einer besseren Bezahlung Nachdruck verleihen.
Hintergrund seien jeweils unabhängig voneinander geführte
Verhandlungen hinsichtlich neuer Vergütungstarifverträge. Da der
Arbeitgeber in den bereits mehrere Monate andauernden Verhandlungen
keine verhandlungsfähigen Angebote vorgelegt habe, hatte Cockpit die
Verhandlungen für gescheitert erklärt – zuletzt am Dienstag für die
Lufthansa Cityline.

Verhandlungspartner ist bei allen drei Gesellschaften auf
Arbeitgeberseite die Deutsche Lufthansa. Sie wollte am Mittwoch auf
Nachfrage zum Inhalt der bisherigen Offerten keine Angaben machen.
Sie ließ ebenfalls offen, ob aufgrund des Warnstreiks ein neues
Angebot zu erwarten sei, wie von Cockpit gefordert. Ob die
Pilotenvereinigung ansonsten zu neuen Warnstreiks aufrufen wird, dazu
wollte sich ein Sprecher nicht äußern. Cockpit vertritt eigenen
Angaben zufolge rund 8200 Mitglieder bei deutschen Airlines.

(ddp)


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