WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

21:06 | 26.10.2010
ThyssenKrupp-Vorstand rechnet mit Preisanstieg bei Eisenerz

Berlin (dapd). Der Vorstandsvorsitzende der ThyssenKrupp Steel Europe, Edwin Eichler, rechnet zum 1. Januar 2011 mit einem weiteren Preisanstieg bei Eisenerz und Koks. “Im Moment stehen wir vor einem weiteren Preisanstieg im Januar”, sagte Eichler am Dienstag in Berlin am Rande des 3. Rohstoffkongresses des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Beim Eisenerz könnte der Anstieg seiner Einschätzung nach in einer Größenordnung von etwa 10 Prozent liegen, allerdings sei dies schwer genau vorauszusagen. Die hohe Preisvolatilität mache eine Planung zurzeit nahezu unmöglich.

Längerfristige Verträge würden daher mit den Kunden nicht mehr abgeschlossen, sondern nur noch Quartalsverträge. Zum 1. Dezember werde es den neuen Erzpreis geben, der dann zum 1. Januar gelte. Darauf basierend würden die Verträge abgeschlossen. “Wir verkaufen zurzeit Mengen für Januar und sagen, der Preis dafür kommt ab 1. Dezember”, erklärte Eichler.

Erfreut zeigte sich Eichler darüber, dass das Gemeinschaftsunternehmen der beiden Erzgiganten BHP und Rio Tinto nicht zustande gekommen ist. Dass die Europäische Kommission dies nicht akzeptiert habe, sei ein klares Bekenntnis zu freien Lieferantenmärkten. Ein Zusammengehen der Eisenerzproduktion von BHP und Rio Tinto “hätte noch einmal die Kapazitäten in Australien verändert, was noch einmal die Preise nach oben verändert hätte”, sagte das ThyssenKrupp-Vorstandsmitglied.

Die geplante milliardenschwere Eisenerz-Fusion der Bergbau-Konzerne Rio Tinto und BHP Billiton war Mitte Oktober endgültig geplatzt. Mit dem Verzicht ziehe man die Konsequenzen aus den komplexen Verhandlungen mit den Kartellbehörden, hatte Rio Tinto zur Begründung mitgeteilt. Rio Tinto und BHP Billiton hatten geplant, ihre Eisenerzgeschäfte in der westaustralischen Region Pilbara zusammenzulegen. Wettbewerbshüter in der ganzen Welt waren in den Fall eingeschaltet worden.

Aus Sicht der europäischen Stahlbranche hätte das Zusammengehen den ohnehin schon geringen Wettbewerb auf dem Eisenerzmarkt weiter beschränkt. Eisenerz wird zur Stahlherstellung benutzt und vor allem in der Autoindustrie und am Bau verwendet. Diese Branchen verbrauchen in Deutschland gut die Hälfte des eingesetzten Stahls.

dapd


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