11:40 | 22.03.2010
Urteil gegen Trienekens erwartet
Köln (ddp-nrw). Das Kölner Landgericht will am Dienstag (23. März,
9.30 Uhr) das Urteil gegen den früheren Entsorgungsunternehmer
Hellmut Trienekens verkünden. Die Staatsanwaltschaft wirft Trienekens
Untreue vor. Der 71-Jährige hatte in der Hauptverhandlung ein
Teilgeständnis abgelegt und eingeräumt, Scheinrechnungen ohne
Gegenleistung erstellt zu haben.
Laut Anklage soll Trienekens von Dezember 1996 bis Januar 2002 mit
den so eingenommenen Geldern Zahlungen von seinen Firmenkonten an ein
Schweizer Unternehmen veranlasst haben. Nach Überzeugung der
Staatsanwaltschaft wurde mit diesen Überweisungen eine «schwarze
Kriegskasse» aufgebaut, die als «nützliche Aufwendungen» titulierte
Schmiergeldzahlungen an Politiker und andere Entscheider finanzierte.
In den Geschäftsbüchern sollen diese Zahlungen in Höhe von rund
sieben Millionen Euro nicht aufgetaucht sein.
Der Aussage von Trienekens war eine Übereinkunft mit den anderen
Prozessbeteiligten vorausgegangen. Der Angeklagte hat nun eine
maximale Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung sowie eine
Geldauflage in erheblicher Höhe zu erwarten. Damit honoriert das
Gericht auch den Umstand, dass das Teilgeständnis den zunächst auf 66
Verhandlungstage terminierten Prozess erheblich abkürzt.
Wegen des schlechten Gesundheitszustandes des Angeklagten konnte
die Kammer maximal drei Stunden am Tag verhandeln. Trienekens gehört
zu den Hauptfiguren im Kölner Müll- und Parteispendenskandal, der
2002 bekanntgeworden war.
(ddp)
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