13:47 | 08.09.2008
Vattenfall nimmt Pilotanlage zur CO2-Abscheidung in Betrieb
Spremberg (ddp-lbg). Der Energiekonzern Vattenfall nimmt am
Dienstag im Braunkohle-Kraftwerk Schwarze Pumpe in Spremberg die nach
Unternehmensangaben weltweit erste Pilotanlage zur Abscheidung von
Kohlendioxid in Betrieb. In die Anlage mit der sogenannten
CCS-Technologie seien bisher rund 70 Millionen Euro investiert
worden, teilte Vattenfall mit. Der entscheidende Schritt vom Labor in
die Praxis sei getan. Die Pilotanlage sei ein wichtiger Meilenstein
auf dem Weg zur Kohleverstromung fast ohne CO2-Ausstoß. Vattenfall
werde mit dem Projekt erstmals in Europa die gesamte CCS-Kette
abbilden: von der Erzeugung über den Transport bis zur unterirdischen
Speicherung von Kohlendioxid. Die großtechnische Umsetzung ist ab
2020 vorgesehen.
Zur Inbetriebnahme der Anlage werden Kanzleramtschef Thomas de
Maizière (CDU), Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck
(SPD) und Vattenfall-Chef Lars-Göran Josefsson erwartet. Die
Landesregierung setzt große Hoffnungen in die neue Technologie.
Brandenburg könne damit weltweit ein Vorreiter bei der
klimafreundlicheren Braunkohle-Verstromung werden, hatte Platzeck
jüngst in der Landtagsdebatte zur Volksinitiative gegen neue Tagebaue
betont. Wenn es gelinge, die Technologie marktreif zu machen,
eröffneten sich «riesige Möglichkeiten». In Brandenburg sollten neue
Tagebaue nur noch dann genehmigt werden, wenn die neue Technik
funktioniert.
Umweltschützer betrachten die Entwicklung der Technologie dagegen
mit Skepsis. NABU-Landeschef Tom Kirschey sagte am Montag,
Brandenburg dürfe beim Klimaschutz nicht blind darauf vertrauen.
Selbst wenn die CO2-Abscheidung technisch gelinge, sei noch völlig
unklar und eher zweifelhaft, ob sie jemals regulär zum Einsatz kommen
könne. Denn bislang sei auch die langfristige Sicherheit
unterirdischer Lagerstätten nicht erwiesen.
(ddp)
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