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Werbung mit Berlin
Niewitz (ddp-lbg). Berlin soll künftig eine tragende Rolle im
Tourismus-Marketing-Konzept Brandenburgs spielen. «Die Hauptstadt ist
der Kommunikationsanker für ein erfolgreiches Werben um Gäste», sagte
Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) am Donnerstag
auf einer Tourismus-Konferenz des Landkreises Dahme-Spreewald in
Niewitz. Aus der einmaligen Verbindung der Kulturmetropole Berlin mit
dem Naturerlebnis Brandenburg ergäben sich die größten Chancen.
«Außerhalb Deutschlands kennt niemand Brandenburg. Berlin ist
dagegen ein großer Anziehungspunkt», begründete Junghanns seine
Haltung. Der Minister kann sich vorstellen mit dem Slogan «Schönste
Metropolen-Region der Welt» zu werben.
Eine besondere Rolle komme künftig dem Landkreis Dahme-Spreewald
zu, in dessen Norden der neue Großflughafen Berlin Brandenburg
International (BBI) entstehe. Der BBI werde der Ausgangspunkt für die
Touristen sein. Besonders internationale Gäste könnten der
Tourismusbranche in Brandenburg weiteren Aufschwung bringen.
Das Wirtschaftsministerium wolle sich in Zukunft auf die
touristischen Hochburgen und bestimmte Themengebiete konzentrieren.
Eine flächendeckende Förderung sei nicht erfolgversprechend, sagte
Junghanns. Die Konzentration auf Themengebiete bilde einen Kern im
künftigen Tourismus-Marketing. Wasser-, Rad-, Natur- oder
Wandertourismus seien besser vermittelbar als einzelne Standorte.
«Lediglich der Spreewald wird außerhalb Brandenburgs als regionale
Marke wahrgenommen», betonte der Minister.
Vor allem das dichte Radwegenetz mit seiner erschlossenen
touristischen Infrastruktur von rund 5000 Kilometern biete großes
Potenzial. In Brandenburg gibt es inzwischen an den Radstrecken mehr
als 300 Unterkünfte, die «Bett & Bike»-Angebote im Programm haben.
Junghanns unterstrich zudem, der Tourismus sei in Brandenburg ein
wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Zahl der Betten von derzeit rund 67
500 soll jedoch nicht weiter erhöht werden. Wichtig sei vielmehr, die
vorhandenen Kapazitäten «klüger zu nutzen».
Zu einem gewichtigeren Faktor könnte sich nach Einschätzung von
Junghanns der Tagungstourismus entwickeln. Dabei könnten
Kombinationen beispielsweise mit dem Spreewald ein einmaliges
Naturerlebnis ergeben.
Der Geschäftsführer des Landestourismusverbandes Brandenburg,
Raimund Jennert, hob hervor: «Alle touristischen Destinationen müssen
gezielt in das Qualitätsmanagement investieren.» Für einen nachhaltig
erfolgreichen Tourismus sei vor allem eine Qualitätssteigerung im
Service notwendig. Hier gebe es in vielen Regionen noch erhebliche
Defizite.
Eine herausragende Rolle im Tourismus soll in Zukunft auch
Tropical Islands spielen. Im Umfeld der künstlichen
Regenwald-Landschaft in Brand im Kreis Dahme-Spreewald entsteht nach
Firmenangaben Europas größtes Ferienressort. Eine Investorengruppe
will in den kommenden Jahren für ein Gesamtvolumen von 620 Millionen
Euro auf einer Fläche von 500 Quadratmetern mehrere Hotels, 2000
Ferienwohnungen und einen Campingplatz bauen, wie Geschäftsführer Ole
Bested Hensing ankündigte. 14 500 Betten seien geplant.
(ddp)
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