13:29 | 15.10.2009
Wirtschaft verlangt mehr Praxisbezug im Studium
Berlin (ddp). Angesichts schwacher Leistungen von
Berufseinsteigern fordert die Wirtschaft mehr Praxisbezug im Studium.
Ohne eine solche Neuausrichtung sei das «Ziel, Hochschulabsolventen
fit für den Arbeitsalltag zu machen» nicht zu erreichen, sagte der
Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK),
Hans Heinrich Driftmann, am Donnerstag in Berlin. Viele Unternehmen
trennten sich schon in der Probezeit wieder von Berufsanfängern, weil
diese im Betriebsalltag scheiterten und nicht in der Lage seien,
«ihre theoretischen Kenntnisse in der praktischen Arbeit anzuwenden».
Das müsse sich ändern.
Driftmann plädierte dafür, feste Praxisphasen – etwa
Betriebspraktika – in die Studienpläne einzubauen. Außerdem sollten
Vertreter der Wirtschaft direkt in die Hochschullehre mit einbezogen
werden und dort Vorträge halten oder Lehrpläne mitgestalten.
Die Kultusminister wollten am Donnerstag im
mecklenburg-vorpommerschen Waren über Korrekturen am System der
Bachelor- und Masterstudiengänge beraten. Laut dem Bologna-Prozess
soll innerhalb der Europäischen Union ein einheitlicher Hochschulraum
entstehen. Die Studiengänge werden dazu allesamt auf Bachelor und
Master umgestellt. Bei der großen Mehrheit der Studiengänge in
Deutschland ist das bereits passiert. Kritiker bemängeln jedoch eine
zu hohe Stofffülle und Verschulung im Bachelor-Studium.
(ddp)
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