WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

12:19 | 04.06.2009
Wirtschaftsweiser sieht Chancen für Rheinland-Pfalz nach der Krise

Mainz (ddp-rps). Der Wirtschaftsweise Wolfgang Wiegard sieht für
Rheinland-Pfalz gute Chancen, gestärkt aus der Wirtschaftskrise
hervorzugehen. Die Krise habe das Bundesland besonders stark
getroffen, da es stark vom Export abhängig sei, sagte Wiegard am
Donnerstag beim Forum Außenwirtschaft Rheinland-Pfalz in Mainz. Nach
Ende der Krise werde der Welthandel insgesamt schwach bleiben, doch
die Exportnation Deutschland und speziell Rheinland-Pfalz würden sich
«ein größeres Stück vom kleineren Kuchen sichern» können.

Der Grund dafür sei die niedrige Inflation, die Deutschland auch
weiterhin als Außenhandelspartner attraktiv mache, sagte Wiegard. Im
Moment sei Rheinland-Pfalz mit einer Exportquote von 49,7 Prozent
jedoch von der Krise so stark betroffen wie kaum ein anderes
Bundesland. Die Branchen, in denen Rheinland-Pfalz besonders
exportstark sei – Chemie, Metall, Maschinenbau und Autoindustrie –
würden mit am meisten unter der Krise leiden. «Die Auftragseingänge
bei der Industrie befinden sich im freien Fall», sagte Wiegard. Erst
in den vergangenen Monaten sei eine leichte Stabilisierung
festzustellen gewesen.

Die gegenwärtige Erholung in der Autoindustrie sei allein der
Abwrackprämie zu verdanken. «Die Rechnung dafür wird uns nächstes
Jahr nachgereicht», prophezeite Wiegard. Nach einem voraussichtlichen
Rückgang des deutschen Bruttoinlandsproduktes von bis zu sieben
Prozent sei nach Schätzungen 2010 eine Stagnation zu erwarten. Die
Konjunkturpakete und Bürgschaften der Bundesregierung seien richtig
gewesen, betonte Wiegard. Er sei überdies auch «froh, dass die große
Koalition dafür gestimmt hat, die Schuldenbremse im Grundgesetz zu
verankern».

(ddp)


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