13:34 | 07.03.2008
Wowereit fordert im BVG-Streik Rückkehr an den Verhandlungstisch
Berlin (ddp-bln). Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit
(SPD) hat die Gewerkschaft ver.di und die streikenden BVG-Mitarbeiter
aufgefordert, den Nahverkehr in Berlin nicht länger zu behindern. Es
sei jetzt an der Zeit, «zur Besinnung zu kommen», sagte Wowereit am
Freitag. Forderungen nach einem angemessenen Lohn seien verständlich,
aber im Fall der sogenannten Alt-Beschäftigten seien die
Vorstellungen der Gewerkschaft «völlig unangemessen». Es sei jetzt
«an der Zeit für eine Verhandlungsoffensive, nicht für weitere
Aktionen zulasten der Bürgerinnen und Bürger».
Der Regierungschef betonte das Interesse des Landes an einer
«starken BVG», die wichtig sei für Mobilität und wirtschaftliche
Leistungsfähigkeit der Stadt. Gerade deshalb stehe der Senat hinter
den vertraglichen Vereinbarungen zur Sanierung des Unternehmens, mit
denen Arbeitsplatzsicherheit unter der Voraussetzung des Verzichts
auf weitere Lohnerhöhungen garantiert worden sei.
Sichere Arbeitsplätze und der Schutz der BVG vor Konkurrenz seien
immer nur die eine Seite der Verabredung gewesen, betonte Wowereit.
Gleichzeitig bleibe es unabdingbar, neue Tarifsteigerungen auf die
weit über Marktniveau liegenden Löhne der Alt-Beschäftigten
anzurechnen.
Seit drei Tagen legt ver.di den öffentlichen Nahverkehr in Berlin
weitgehend lahm. U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen blieben in ihren
Depots. Zuvor hatten sich bei einer Urabstimmung knapp 97 Prozent der
Gewerkschaftsmitglieder für einen Arbeitskampf ausgesprochen.
ver.di verlangt bis zu zwölf Prozent mehr Gehalt, mindestens aber
250 Euro brutto monatlich mehr. Dagegen will der Kommunale
Arbeitgeberverband Berlin (KAV) vorrangig den seit 2005 eingestellten
Neu-Beschäftigten mehr Geld zahlen. Die Alt-Beschäftigten könnten
möglicherweise einen geringen Zuschlag erhalten, der aber bisher
nicht beziffert ist.
(ddp)
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