9:25 | 16.07.2009
Wowereit fordert von Bahn Aufgabe der Privatisierungspläne
Berlin (ddp-bln). Angesichts des Chaos im Berliner Nahverkehr hat
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) der Deutschen
Bahn empfohlen, das Ziel einer Privatisierung aufzugeben. «Für die
SPD ist klar: Das Thema ist beendet», sagte Wowereit der «Berliner
Zeitung» (Donnerstagausgabe). Aus seiner Sicht habe die Bahnspitze
inzwischen ebenfalls verstanden, dass ein Börsengang auch wegen der
Finanzkrise nicht mehr auf der Tagesordnung stehe.
«Niemand sollte zwei Mal gegen dieselbe Wand fahren», sagte auch
der SPD-Linke Björn Böhning. Die Missstände bei der S-Bahn zeigten
deutlich, dass der Privatisierungskurs «abwegig war und ist».
Wowereit hatte sich Anfang der Woche mit Bahnchef Rüdiger Grube
getroffen. Nach Informationen des Blattes soll Grube versichert
haben, dass der Börsengang passé sei.
Unterdessen verdichten sich die Hinweise, dass sich das seit über
zwei Wochen anhaltende Verkehrschaos bei der S-Bahn noch verschärfen
wird. Nach Informationen des «Tagesspiegels» muss der Verkehr in den
nächsten Tagen nochmals eingeschränkt werden. Vor allem in der
Innenstadt könnten die Linien sogar ganz eingestellt werden.
Fahrgäste sollten in der City auf die BVG ausweichen. Auf den
Strecken im Umland soll weiter gefahren werden, weil dort ein
Erstsatz mit Bussen kaum möglich sei.
(ddp)
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