11:07 | 26.11.2009
Zeitung: A400M wird deutlich teurer
Berlin (ddp). Das Militärtransportflugzeug A400M von Airbus wird
einem Zeitungsbericht zufolge deutlich teurer als ursprünglich
geplant. Wie «Die Welt» (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf
Verhandlungskreise berichtete, sollen sich die Zusatzkosten für das
Rüstungsprojekt auf rund 5,0 Milliarden Euro belaufen. Andere Quellen
hätten sogar 5,5 Milliarden Euro genannt.
Derzeit verhandeln die Bestellnationen mit dem
Airbus-Mutterkonzern EADS über die Zukunft des A400M-Programms.
Deutschland, Frankreich und weitere europäische Länder haben 180
Maschinen bestellt. 2003 war vertraglich ein Festpreis von 20,0
Milliarden Euro vereinbart worden.
Der A400M hat bereits drei Jahre Verspätung und wird daher
offenbar deutlich teurer. Der Erstflug soll im Dezember in Sevilla
stattfinden. Trotzdem ist dem Bericht zufolge auch ein Aus für das
größte europäische Rüstungsprojekt noch denkbar. Denn noch sei
unklar, wer die Mehrkosten trage. «Wir hoffen, den
Verhandlungsprozess bis zum Ende des Jahres abzuschließen», sagte
EADS-Chef Louis Gallois der Zeitung.
«Sollte sich der Konzern mit all seinen Vorstellungen durchsetzen,
würde der Stückpreis für einen A400M auf 180 bis 190 Millionen Euro
steigen», zitiert das Blatt einen Berater der Bundesregierung.
Aktuell seien 130 Millionen bis 140 Millionen Euro pro Flugzeug
vereinbart.
Die Staatssekretäre der sieben Abnehmerländer für den A400M werden
sich nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums am kommenden
Mittwoch erneut in Berlin treffen, um über die genauen Bedingungen
der weiteren Fortführung des Projektes zu beraten. «Ziel bleibt
weiterhin, bis Jahresende 2009 ein für alle Beteiligten tragbares
Ergebnis zu erreichen», sagte ein Sprecher.
Den Bericht der «Welt» wollte er weder bestätigen noch
dementieren. Zwischen den Vertragsnationen sei vereinbart worden,
sich hierzu nicht zu äußern, sagte er.
Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte
wiederholt deutlich gemacht, dass wegen der erheblichen Verzögerungen
beim Bau des A400M finanzielle Zugeständnisse des EADS-Konzerns
erwartet würden.
(ddp)
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