WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

20:33 | 07.12.2008
Zeitung: Bund prüft Nachbesserungen am Bankenrettungspaket

Düsseldorf (ddp). Bundesregierung und Bundesbank prüfen angeblich
Nachbesserungen am Rettungspaket für die Banken. Das Düsseldorfer
«Handelsblatt» (Montagausgabe) berichtete vorab, weil sich die
deutschen Banken untereinander nur wenig Geld liehen, habe
Bundesbankpräsident Axel Weber in Gesprächen mit Regierungsvertretern
vorgeschlagen, die Kreditvergabe zwischen den Banken durch eine
unabhängige Instanz zu garantieren. Eine Entscheidung solle in den
nächsten Wochen fallen.

Ein Sprecher der Bundesbank sagte der Zeitung: «In der Zentralbank
ist eine Arbeitsgruppe damit beauftragt, die Voraussetzungen für die
Umsetzung einer solchen Clearingstelle zu beschreiben.» Am Samstag
hatte das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» vorab gemeldet,
Bundesbank, Kanzleramt und Finanzministerium hätten mehrfach Pläne
diskutiert, wonach die einstige Zentralbank wie eine Art
Clearingstelle für den Geldhandel fungieren könnte.

Das «Handelsblatt» schrieb, nach einer Analyse von Bundesbank und
Regierung habe das 500-Milliarden-Euro-Rettungspaket im
Interbankenhandel bisher nicht das gewünschte Ergebnis erzielt.
Banken legten ihre überschüssige Liquidität lieber zu niedrigeren
Zinsen bei der Zentralbank an, als sie einer anderen Geschäftsbank zu
leihen.

Die Zeitung schrieb, die Pläne sähen deshalb vor, dass sich die
Banken nicht mehr direkt Geld untereinander leihen, sondern eine
unabhängige Instanz wie die Bundesbank zwischengeschaltet werde. Wenn
die Bundesbank die Rückzahlung garantiere, hätten die Banken
keinerlei Risiken mehr. Allerdings werde in der Bundesregierung ein
solcher Schritt nur zeitlich befristet für denkbar gehalten. Außerdem
werde in Bundesbank und Bundesfinanzministerium erwogen, Einlagen bei
der Zentralbank so zu verschlechtern, dass die Banken keinen Anreiz
mehr haben, ihr Geld bei den Notenbanken zu parken.

(ddp)


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