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Zeitung: Magna kauft Karmann-Sparte
Osnabrück (ddp-nrd). Der österreichische Autozulieferer Magna
kauft einem Medienbericht zufolge die Sparte Dachproduktion des
insolventen Osnabrücker Autobauers Karmann. Der Sprecher des
Insolvenzverwalters dementierte am Samstag jedoch eine Einigung.
«Magna ist ein sehr interessierter und möglicher Investor», sagte er
der Nachrichtenagentur ddp. Die Gespräche mit Magna befänden sich in
einem fortgeschrittenen Stadium.
Die «Neue Osnabrücker Zeitung» (Samstagausgabe) hatte berichtet,
in der nächsten Woche solle ein Vorvertrag abgeschlossen werden.
Betroffen seien 350 Beschäftigte in Osnabrück. Das Bundeskartellamt
prüfe derzeit eine Fusion. Experten gehen davon aus, dass die Behörde
dem Verkauf zustimmen wird. Aus gut unterrichteten Kreisen hieß es,
dass Magna unter den vier Bewerbern den höchsten Kaufpreis zahlen
wolle – knapp 20 Millionen Euro.
Der Sprecher des Insolvenzverwalters bestätigte die Prüfung durch
das Bundeskartellamt seit Freitag. Die Expertenmeinung, dass die
Behörde dem Verkauf zustimmen werde, bewertete der Sprecher kritisch.
Er verwies auf die im Dezember 2009 durch das Kartellamt genehmigte
Übernahme der Cabrio-Dachsystemsparte von Edscha durch Webasto.
Dadurch seien nur noch wenige Anbieter in dieser Sparte auf dem
Markt, sagte der Sprecher. Sollte Magna die Cabrio-Dachproduktion von
Karmann übernehmen, bestünde die Gefahr einer Oligopol-Bildung.
In der Mitteilung des Bundeskartellamts zur Übernahme von Edscha
durch Webasto vom 23. Dezember 2009 hieß es dazu: «Eine darüber
hinausgehende Verengung des Oligopols durch einen weiteren
Zusammenschluss würde nach den derzeitigen Erkenntnissen
wettbewerblich bedenklich sein.» Der Insolvenzverwalter hoffe zwar
auf einen positiven Bescheid des Bundeskartellamts, sagte der
Sprecher. Solange aber keine Entscheidung gefällt worden sei, wolle
er keinen Kommentar zu den Verhandlungen abgeben.
Die angebliche Verkaufssumme von knapp 20 Millionen Euro wollte er
nicht bestätigen. Der Insolvenzverwalter befinde sich in «extrem
sensiblen Verhandlungen», deshalb würden keine Summen genannt. Zudem
halte sich der Insolvenzverwalter alle Optionen offen. In früheren
Medienberichten war auch über ein Engagement des spanischen
Zulieferers CIE spekuliert worden.
(ddp)
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