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14:34 | 04.05.2010
Zementindustrie rechnet mit historisch tiefem Absatzniveau
Berlin (ddp). Die Zementindustrie rechnet für das laufende Jahr mit einem historischen Tief beim Absatz. Wie der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Zementindustrie, Andreas Kern, am Dienstag in Berlin sagte, wird mit einem Rückgang des inländischen Verbrauchs um voraussichtlich rund drei Prozent auf 24,6 Millionen Tonnen gerechnet. Anfang März war Kern sogar noch von einem Minus von fünf Prozent gegenüber 2009 ausgegangen. Trotz der leichten Prognoseerhöhung werde der Zementabsatz auf den tiefsten Wert seit mehr als 40 Jahren sinken. Für 2010 sei angesichts der Entwicklung der Baugenehmigungen wieder mit einem leichten Zuwachs im Wohnungsbau zu rechnen. Im Wirtschaftsbau geht der Verband dagegen von einem weiteren Rückschritt aus. Der Tiefbau profitiere von den Konjunkturpaketen. Nach dem Einbruch des Zementverbrauchs im ersten Quartal um rund ein Viertel infolge der winterlichen Witterung rechnet der Verband mit einem zügigen Aufholen des Rückstandes in den kommenden Monaten. Mit Blick auf die auslaufenden Konjunkturprogramme forderte der Verband eine Stabilisierung der Investitionen. Zudem sollten die Einnahmen aus der Lkw-Maut zweckgebunden in den Erhalt und Ausbau der Infrastruktur fließen, sagte Kern. Beim Wohnungsbau plädierte er für attraktivere Rahmenbedingungen für Investoren – etwa stärkere Abschreibungsmöglichkeiten. Im vergangenen Jahr sank der Zementverbrauch den Angaben zufolge gegenüber 2008 um rund acht Prozent auf 25,4 Millionen Tonnen. Zugleich verringerten sich die Exporte um mehr als ein Fünftel auf sieben Millionen Tonnen. Die Ausfuhren werden nach Erwartungen Kerns in den kommenden Jahren weiter zurückgehen. Wegen der Immobilienblase und der starken Nachfrage in Osteuropa habe es in diesem Bereich in den vergangenen Jahren eine Art «Sonderkonjunktur» gegeben, sagte der Verbandspräsident. Prinzipiell seien die rund 30 deutschen Zementwerke wegen ihrer Standorte hinsichtlich der Exporte jedoch nicht konkurrenzfähig. Insgesamt sank der Branchenumsatz 2009 infolge von Preiserhöhungen nur um 5,4 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten sei mit rund 7370 stabil geblieben. ddp |
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