10:43 | 17.09.2009
Zeuge belastet Schumacher schwer
München (ddp). In dem Schmiergeldprozess gegen den früheren
Infineon-Vorstandsvorsitzenden Ulrich Schumacher hat der wichtigste
Zeuge die Vorwürfe der Anklage weitgehend bestätigt. Ralph Udo
Schneider, dessen Firma BF Consulting das Sportsponsoring des
Halbleiterherstellers Infineon abwickelte, gab am Donnerstag vor dem
Münchner Landgericht an, dass Schumacher und zwei seiner Kollegen
regelmäßig Bargeld von ihm angenommen hätten. Darüber hinaus hätten
sie sich von ihm teure Lizenzen für Autorennen besorgen lassen.
Der 51-jährige Schumacher hatte seinem ehemals «engsten Freund»
Schneider zum Prozessauftakt vorgeworfen, dieser habe versucht, ihn
zu erpressen, indem er Geld für Aussagen zugunsten Schumachers
forderte. Die belastenden Aussagen Schneiders sind laut Schumacher
«durch und durch falsch». Schneider hatte bereits 2006 in einem
Prozess gestanden, Schumacher mit mehreren 100 000 Dollar bestochen
zu haben, weil er «weiterhin Aufträge von Infineon erhalten wollte».
Schneider war damals zu vier Jahren Haft verurteilt worden.
Die Staatsanwaltschaft wirft Schumacher vor, er habe Zuwendungen
Schneiders, unter anderem die Organisation und Bezahlung Dutzender
privater Autorennen, in Höhe von Hunderttausenden Euro angenommen.
«Dass es dabei um Aufträge ging, war für mich selbstverständlich. Mir
war klar, dass ich als Agentur unantastbar bin», sagte Schneider dem
Vorsitzenden Richter. Im Gegenzug habe Schumacher Schneiders
Beraterfirma Aufträge und Verträge zugesichert, die den internen
Richtlinien bei Infineon widersprochen hätten und bei deren Vergabe
Konkurrenten unberücksichtigt geblieben seien.
(ddp)
|