WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

12:51 | 07.03.2009
Zukunft von Opel weiter ungewiss

Berlin (ddp). Die ungewisse Zukunft des angeschlagenen
Autoherstellers Opel beschäftigt weiter die Politik. Bundeskanzlerin
Angela Merkel (CDU) knüpfte die Bereitschaft der Regierung zur
Rettung Opels an Bedingungen. «Wir werden helfen, wenn der Nutzen für
alle Menschen größer ist als der Schaden. An diesem Punkt sind wir
leider noch nicht», sagte Merkel am Samstag in ihrem wöchentlichen
Video-Podcast im Internet. Gleichzeitig sorgten verschiedene Berichte
über Werksschließungen, einen verstärkten Arbeitsplatzabbau und einen
erhöhten Finanzbedarf für Unruhe.

So berichtete die «Rheinische Post» (Samstagausgabe) unter
Berufung auf Aufsichtsratskreise, dass die Werke im thüringischen
Eisenach und im schwedischen Trollhättan verkauft und das Werk in
Antwerpen (Belgien) vermutlich geschlossen würden. Gleichzeitig seien
in den anderen deutschen Werken in Rüsselsheim, Bochum und
Kaiserslautern Stellenstreichungen vorgesehen. Die Pläne sähen den
Abbau von 1600 Stellen in Bochum, 1160 in Rüsselsheim und 450 in
Kaiserslautern vor. Zusammen mit den 1900 Beschäftigten in Eisenach
wolle Opel damit in Deutschland 5110 Produktionsarbeitsplätze
streichen.

Unterdessen berichtet das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» unter
Berufung auf das Restrukturierungskonzept des Unternehmens, dass Opel
die Fabriken in Eisenach, Bochum und Antwerpen schließen will. 20
Prozent der derzeit europaweit 55 000 Mitarbeiter würden ihren
Arbeitsplatz verlieren. Ein Alternativszenario komme mit dem Wegfall
von 3500 Arbeitsplätzen bei Opel aus, setze aber einen massiven
Lohnverzicht der verbleibenden Belegschaft voraus.

Zudem ist der Finanzbedarf Opels möglicherweise höher als bislang
angenommen. So berichtet das Nachrichtenmagazin «Focus», dass Opel
Staatshilfen in Höhe von vier Milliarden Euro fordere. Diese Summe
habe Aufsichtsratschef Carl-Peter Forster bei seinem Treffen mit
Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Freitag
in Berlin genannt. Bislang war von 3,3 Milliarden Euro die Rede
gewesen.

Die Hälfte der nun geforderten vier Milliarden Euro würden laut
Forster diverse Banken bereitstellen. Allerdings würden die
Geldinstitute die Kredite nur dann bewilligen, wenn die europäischen
Staaten mit Opel-Standorten wie Deutschland, Großbritannien, Spanien
und Belgien die Bürgschaften übernehmen. Die übrigen zwei Milliarden
Euro müssten nach den Opel-Plänen als direkte Staatshilfen fließen.

Merkel forderte das Opel-Management auf, das vorgelegte
Rettungskonzept nachzubessern. Die Bundesregierung arbeite gemeinsam
mit den Landesregierungen der Opel-Standorte sowie den Vertretern von
Opel und der US-Konzernmutter General Motors (GM) «mit Nachdruck»
daran, eine Lösung zu finden.

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier warnte vor einer
Aufgabe Opels. «Wir müssen das uns Mögliche und Verantwortbare tun,
um Zehntausende von Arbeitsplätzen und die industriellen Kapazitäten
von Opel zu retten», sagte der Vize-Kanzler und Bundesaußenminister
der «Bild am Sonntag». Scharf kritisierte er die Positionen von
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Wirtschaftsminister
Guttenberg, die eine Insolvenz von Opel ins Gespräch gebracht hatten.

Dem schloss sich auch die IG Metall an. Die Politik versündige
sich mit solchen Vorschlägen jeden Tag mehr an dem Unternehmen, sagte
der Frankfurter IG-Metall-Bezirkschef Armin Schild, der im
Aufsichtsrat von Opel sitzt. Eine Insolvenz komme einer Sterbehilfe
für Opel gleich.

(ddp)


Weitere Meldungen
05.04.2009 Zukunft von Opel weiter ungewiss
07.03.2009 Zukunft von Opel weiter ungewiss
20.02.2009 Zukunft von Saab weiter ungewiss – Kooperation mit Opel?

 

NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt unseren
aktuellen Newsletter

WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

14:13 Uhr | 08.02.2012
Deutsche Exporteure knacken ...


14:12 Uhr | 08.02.2012
Alle A380-Flugzeuge werden auf ...


14:11 Uhr | 08.02.2012
Porsche verzeichnet besten ...


14:11 Uhr | 08.02.2012
Absatzplus für BMW im Januar


14:09 Uhr | 08.02.2012
GM droht offenbar mit Schließung ...