Der WTI-Ölpreis kann heute auf 64,2 USD je Barrel zulegen, dank guter Unternehmensmeldungen
und Wirtschaftszahlen, die besser als erwartet ausgefallen sind. Konjunkturoptimismus, steigenden Aktienmärkten und einem schwächeren US-Dollar sowie Hoffnungen auf eine Erholung der Ölnachfrage noch in diesem Jahr tragen zum Preisanstieg bei.
Nach Angaben der CBI sind die chinesischen Ölraffinerien in den ersten beiden Juliwochen zu 85,1% ausgelastet. Die hohen Produktexporte und die gestiegenen Preise für Benzin und Diesel in China dürften ihren Anteil an dieser Entwicklung haben. Man konnte nach dem enormen Preisverfall um 20% mit einer Preiserholung rechnen, diese dürfte jedoch eine Zwischenkorrektur in der mittelfristigen Konsolidierungsbewegung sein. Die Lage in Nigeria ist entspannter, nachdem die Rebellen aus der MEND letzte Woche nach der Freilassung ihres Anführer einen Waffenstillstand über 60 Tage ausgerufen haben. Das OPEC-Mitglied Angola will im September 1,85 Mio. Barrel Rohöl pro Tag exportieren und damit seine Produktionsquote von 1,52 Mio. Barrel deutlich übertreffen. Angola zeigt deutlich die Diskrepanz zwischen Worten und Taten bei der OPEC. Obwohl der Ölminister Angolas de Vasconcelos – zugleich OPEC-Präsident – die OPEC zur Beibehaltung der Produktionskürzungen, hält sich sein Land nicht an die Quote und möchte die Kapazitäten weiter ausbauen. Dabei leistet China Hilfe: Sinopec und CNOOC haben von Marathon Oil für 1,3 Mrd. USD 20% am Offshore-Ölprojekt in Angola gekauft. Die chinesischen Konzerne in den letzten Monaten insgesamt über 12,5 Mrd. USD in Ölprojekte weltweit investiert. Positiv beeinflusst sind die Ölpreise durch die Anleger. Hedge-Fonds und auch die kleineren Spekulanten setzen auf steigende Preise.