ROHSTOFF NEWS

11:54 | 11.08.2008
Rohstoffe Extra: Aluminium als stabiler Rettungsanker am Metallmarkt

Zürich (AWP) – Die Aluminiumpreise sind bisher im August am Weltmarkt für Industriemetalle leicht zurückgegangen. Doch liegt der Kassapreis in London mit rund 2900 US-Dollar pro Tonne immer noch um mehr als 8% über der Notierung, wie sie vor Jahresfrist erreicht wurde. In Erwartung einer wachsenden Nachfrage der industriellen Verarbeiter nach der traditionellen Sommerpause kann damit gerechnet werden, dass die Notierungen ab September erneut leicht steigen werden.

Steigende Produktionskosten, als Folge erhöhter Ausgaben für Energie, beeinflussen in wachsendem Masse den Weltmarkt für Aluminium. Zwar hält zumindest vorläufig das Engagement der Investoren beim Handel mit diesem kostenintensiven Metall an den Börsenplätzen von London und New York, trotz des in diesen Wochen traditionell auftauchenden “Sommerlochs”, in fast unvermindertem Masse an. Doch hat allgemein der Nachfragedruck an den Märkten für Industriemetalle unter dem Eindruck einer weltweiten Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivität nachgelassen und dazu geführt, dass seit Jahresbeginn die Preise für einige Metalle um über 50% zurückgegangen sind.

Im Baissetrend liegen namentlich die Märkte für Blei, Zink und Nickel. Gleichzeitig, und dieser Entwicklung konnte sich auch der Aluminiummarkt nicht entziehen, sind innert Jahresfrist die lizenzierten Lagerbestände an den Metallbörsen spürbar gestiegen. An der Londoner Metallbörse allein schwanken die Vorräte über der Marke von einer Million Tonnen. Der Anstieg der Reserven deutet darauf hin, dass, aus fundamentaler Sicht, die Nachfrage der industriellen Verarbeiter im Sinken begriffen ist, während gleichzeitig das Angebot der Produzenten weiterhin steigt.

Im Langzeitvergleich hatte sich der Durchschnittspreis für Aluminium innerhalb von zehn Jahren verdoppelt. Andere Metalle sind jedoch im gleichen Zeitraum um ein Vielfaches teurer geworden. Der Wert des Aluminiums hatte sich also in diesen Jahren ungleich träger entwickelt als derjenige von anderen Industriemetallen, die jetzt auch spürbar stärker unter einem Abgabedruck leiden.

Im Jahre 2005 betrug beispielsweise der Durchschnittspreis für Aluminium 1898 US-Dollar je Tonne. Im Jahre 2006 ist diese Notierung auf 2567 Dollar und im letzten Jahr auf 2640 Dollar gestiegen. Das Aluminium als stabiler und werterhaltender Rettungsanker ist also in Zeiten von starken und überraschend auftauchenden Preisschwankungen an anderen Märkten für Investoren besonders attraktiv geworden. Für das laufende Jahr erscheint ein Durchschnittspreis von 2950 Dollar im Bereich des Möglichen zu liegen, was einem Anstieg von 11,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde.

AWP Newsservice 11.08.2008 


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