ROHSTOFF NEWS

16:45 | 18.08.2008
ROHSTOFFE EXTRA: Goldpreis auf Jahrestief

Zürich (AWP) – Mit einer Notierung von um die 800 USD je Feinunze ist das Gold auf ein neues Jahrestief abgesackt. Angesichts eines stabiler gewordenen Dollarkurses in den letzten Wochen hat die Flucht ins gelbe Metall als Absicherung gegen Währungsverluste an Attraktivität verloren. Der gleichzeitige Preisrückgang am Erdölmarkt trägt ebenfalls dazu bei, dass das Gold an den Metallbörsen in den kommenden Wochen weniger gefragt sein wird als im bisherigen Jahresverlauf.Jedenfalls schwankt der Goldpreis schon heute unter dem Mitte März erreichten Jahreshoch von 1′030,80 USD pro Unze. Stützung erhält das Gold gegenwärtig allein durch die Inflationsgefahr und durch die immer wieder aufflackernden Unruhen in den Krisenherden des Mittleren Osten und seit neuem durch die kriegerischen Auseinandersetzungen in Georgien.

Baisseträchtig wirkt dagegen nach Angaben der Londoner Beraterfirma Gold Fields Mineral Services (GFMS) in ihrer neusten Marktstudie im Auftrage der französischen Bank Société Generale die flaue Kauflust der Schmuckindustrie. Im für die Goldverarbeitung bedeutenden Markt Indien ist nach Berechnungen von GFMS in der ersten Jahreshälfte gegenüber der entsprechenden Periode 2007 die Einfuhr von Gold auf rund die Hälfte gesunken.

Im Mittleren Osten und in Europa habe die Nachfrage der Juweliere ebenfalls spürbar nachgelassen, und in den USA wurde in der gleichen Periode der zweitstärkste Rückgang an Goldverbrauch in der Schmuckindustrie verzeichnet. Solange das Gold im weiteren Jahresverlauf nicht spürbar billiger wird, dürfte sich am Kaufverhalten der gewöhnlich äusserst preisbewussten Juweliere und ihrer Kundschaft nicht viel ändern.

Auf der Angebotsseite wird für das gesamte Jahr 2008 von GFMS eine erneute Abnahme der globalen Goldproduktion in Aussicht gestellt. Eine Zunahme der Goldförderung in Mexiko, Russland und China kann laut GFMS einen Rückgang des Minenausstosses in Südafrika und Australien nicht wettmachen.

Der grösste Ausfall der Erzeugung wird jedoch in Indonesien festgestellt, wo bei der Ausbeutung des riesigen Vorkommens von Grasberg ein Rückgang von 22 Jahrestonnen erwartet wird. Dagegen wird am Markt damit gerechnet, dass das Angebot von aus Altmetall wieder verwertetem Gold im Jahresvergleich leicht zunehmen dürfte.

Der Verkauf von Gold aus den strategischen staatlichen Beständen, insbesondere der Notenbanken, dürfte eine geringe Abnahme erfahren. Entscheidend bleibt jedoch für die weitere Preisentwicklung das Marktverhalten der Investoren. Sollten die Zinssätze in den USA in den kommenden Monaten steigen, der Dollar gegenüber den anderen wichtigen Währungen eine Aufwertung erfahren und gleichzeitig die Inflationsgefahr zurückgehen, muss davon ausgegangen werden, dass der Durchschnittspreis für das Gold 2008 kaum die Marke von 900 USD erreichen wird.

 AWP NewsService 18.08.2008


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