ROHSTOFF NEWS

13:45 | 06.04.2009
ROHSTOFFE EXTRA: Kaffeemarkt mit Haussepotential

Zürich, AWP: Die Notierungen für Kaffee bewegen sich seit Mitte März im Aufwärtstrend. Bei allerdings deutlich niedrigeren Preisen als vor Jahresfrist dürfte sich in den kommenden Monaten in steigendem Masse der Umstand bemerkbar machen, dass sich in der neuen Saison 2009/10 ein Defizit einstellen wird.

Die globale Marktlage an Kaffee dürfte in der neuen Saison 2009/10 angespannt bleiben, da der Verbrauch trotz der Weltwirtschaftskrise zunehmen und die Produktion, namentlich in den Schlüsselländern Südamerikas, mit grosser Wahrscheinlichkeit zurückgehen wird, erklärte kürzlich an einer Medienkonferenz in London Nestor Osorio, Exekutivdirektor der Internationalen Kaffee-Organisation (ICO).

Nach Schätzungen der ICO wird im Kaffeejahr 2009/10 die Weltproduktion 125 Mio Sack zu je 60 Kilogramm erreichen, gegenüber 127,8 Mio Sack im Vorjahr. Wie von Osorio zu erfahren war, bewegt sich in erster Linie in Brasilien, der mit Abstand wichtigste Lieferant am Weltmarkt, aus zyklischen Gründen die Erzeugung rückläufig, nämlich von geschätzten 48,5 Mio Sack 2008/09 auf 39,8 Mio Sack 2009/10, daneben mache sich in Lateinamerika ganz allgemein in zunehmendem Masse eine Überalterung der Sträucher bemerkbar.

In Kolumbien, nach Vietnam drittgrösster Produzent am Weltmarkt mit einem mutmasslichen Ausstoss von 12,3 Mio Sack 2009/10, werde seit kurzem ein Erneuerungsprogramm systematisch in die Wege geleitet, dieses habe aber zur Folge, dass der Ertrag der Ernten kurzfristig weiter sinken und erst ab 2014 wieder spürbar steigen werde. Daneben ist in einigen afrikanischen Ländern der Kaffeeanbau seit Jahren gröblich vernachlässigt worden, beispielsweise an der Elfenbeinküste, wo die Jahresproduktion von früher 4,5 bis 5 Mio Sack auf unter 3 Mio Sack gefallen sei.

Für ganz Afrika wird für 2009/10 eine Produktion von 16,13 Mio Sack veranschlagt. Bei der ICO stellt man deshalb in Aussicht, dass im kommenden Erntejahr die Preise auf hohem Niveau schwanken werden. Die Welterzeugung wird geringer ausfallen als der Bedarf, so dass ein geringes Defizit mit einem verstärkten Rückgreifen auf Vorräte kompensiert werden muss.

Insbesondere wird bei der ICO nicht angenommen, dass der Kaffeemarkt durch die Weltwirtschaftskrise erheblich betroffen wird. Im schlimmsten Fall werde sich das Wachstum des Kaffeeverbrauchs verlangsamen, jedoch auf keinem Fall zurückgehen. Lediglich in neuen Konsumländern für Kaffee, wie in Osteuropa und China, wird davon ausgegangen, dass der Verbrauch zurückgehen wird. AWP, 06.04.2009


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