ROHSTOFF NEWS

13:36 | 08.09.2008
ROHSTOFFE EXTRA: Wetter beeinflusst Kakaopreise

Zürich (AWP) – Täglich beeinflussen Wetterberichte über die bedeutendsten Anbauregionen für Kakao die Weltmarktpreise an den Kakaobörsen von London und New York. Dieses auf und ab dürfte auch in den kommenden Wochen bis weit in den Oktober hinein den Markt beherrschen, bis zuverlässigere Angaben über das Ausmass der Welternte 2007/08 bekannt werden.

Namentlich vor Erntebeginn in Westafrika, dem weltweit wichtigsten Anbaugebiet für Kakao, beeinflussen Spekulationen über die mutmassliche Ernte den Weltmarkt für Kakao nach beiden Richtungen. Mögliche Ernteschäden als Folge heftiger Regenfälle an der Elfenbeinküste und in den Nachbarländern haben bewirkt, dass seit Mitte August die Notierungen schrittweise in die Höhe geklettert sind.

Hausseträchtig wirkt auch die Meldung der Internationalen Kakao Organisation (ICCO), Dachvereinigung der wichtigsten Erzeugerländer, dass sie ihre Schätzung über das mutmassliche Defizit des per 30. September ausgehenden Erntejahres 2007/08 von 41′000 auf 88′000 Tonnen korrigiert hat. Von den Behörden der Elfenbeinküste wird andererseits gemeldet, dass sich die Lieferungen aus den Plantagen zu den Häfen auf bisher rund 1,3 Mio Tonnen belaufen, das sind rund neun Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt 2007. Die Marktteilnehmer weisen ausserdem darauf hin, dass die wegen der aussergewöhnlichen Feuchtigkeit in Westafrika ausgebrochene Fäulnis in den Plantagen im Südwesten des Landes weniger Schaden als anfänglich befürchtet angerichtet hat.

Nigeria ist nach der Elfenbeinküste, Ghana und Indonesien der Welt viertgrösste Kakaoproduzent mit einer von der ICCO geschätzten Erzeugung 2007/08 von 173′000 Tonnen gegenüber 160′000 Tonnen im Vorjahr. Die Regierung Nigerias hat in letzter Zeit den Kakaoanbau des Landes dadurch gefördert, indem sie die Farmer mit staatlich subventionierten Düngemitteln und Pflanzenmaterial ausgerüstet hat, das schneller wächst als die herkömmlichen Kakaosträucher im Lande. Von der ICCO wird die Weltproduktion 2007/08 auf 3,646 Mio Tonnen veranschlagt, im Vergleich zu 3,380 Mio Tonnen im Vorjahr. Dem gegenüber steht eine mutmassliche globale Vermahlung der Kakaoverarbeiter von 3,698 (2006/07: 3,639) Mio Tonnen. Da bei der Vermahlung gewöhnlich ein bestimmter Prozentsatz an Kakao verloren geht, wird sich das Produktionsdefizit laut ICCO auf 88 Mio Tonnen belaufen, im Vergleich zu 293 Mio Tonnen im Vorjahr.

Am Saisonende dürften wiederum gemäss Statistik der ICCO die weltweiten Vorräte noch 1,495 Mio Tonnen ausmachen gegenüber 1,583 Mio Tonnen Ende 2006/07. Das Verhältnis der Vorräte zu den Vermalungen beläuft sich damit noch auf einen vergleichsweise niedrigen Stand von 40,4 Prozent, was einem Rückgang innert Jahresfrist von 3,1 Prozent entspricht.

AWP NewsService 08.09.2008


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